Urlaub im Ruhrgebiet – komm mal zu uns in den Pott

Veröffentlicht: 24. Mai 2021

1976 Worte- 8 Minuten Lesezeit- 2 Kommentare-
Urlaub im Ruhrgebiet

Autor: Thomas Jansen

Veröffentlicht: 24. Mai 2021

Aktualisiert: 24. Mai 2021

2 Kommentare

1976 Worte- 8 Minuten Lesezeit- 2 Kommentare-

Hömma, wie wär et, wenn Du mal über ein bisken Urlaub im Ruhrgebiet nachdenken tust? Komm mal zu uns innen Ruhrpott rein!

Schöne Einleitung, oder? Mal im Ernst, alle Welt will wieder Reisen aber nicht in die weite Welt, das geht oft noch nicht. Was spricht also gegen einen Urlaub in unserem schönen Ruhrgebiet? Hier findet Ihr alles für eine kurzweilige Zeit. Schöne Städte, sehr viel Natur, Flüsse und Kanäle, tolle Industriedenkmäler, Museen, Theater, riesige Shoppingcenter, Freizeitparks und noch viel mehr. Langweilig wird das hier nicht.

Wir möchten Euch das Ruhrgebiet uns seine Menschen ein klein wenig vorstellen, ein paar tolle Sehenswürdigkeiten auflisten und natürlich ein paar Sprachtipps gehen.

Was ist das Ruhrgebiet eigentlich?

Das Ruhrgebiet liegt im Westen von Deutschland und erstreckt sich vom Kreis Wesel im Westen bis nach Hamm im Osten und vom Kreis Ennepe-Ruhr im Süden bis zum Kreis Recklinghausen im Norden. Über 5 Millionen Menschen leben hier, zum großen Teil in den Städten (3,3 Millionen) aber auch eher ländlich in den Randzonen des Ruhrpotts.

Dabei erstreckt sich das Ruhrgebiet über eine Fläche von fast 4.500 Quadratkilometern. Keine Ahnung, wie viele Fußballfelder das sind, aber immerhin sind das 1,75 mal das Saarland.

Bei der Bezeichnung gibt es auch viele Varianten. Ruhrgebiet und Ruhrpott kennt ihr sicherlich. Manche moderne Menschen sprechen auch von der Metropolregion Ruhr – hmm – kann man mögen, muss man aber nicht. Viel geläufiger sind hier dann noch Bezeichnungen wir Kohlenpott, Revier oder ganz einfach Pott.

Die größten und bekannten Städte kennt Ihr sicherlich alle.

  • Bergkamen

  • Bochum

  • Bottrop

  • Castrop-Rauxel

  • Duisburg

  • Dinslaken

  • Dorsten

  • Dortmund

  • Gelsenkirchen

  • Gladbeck

  • Hagen

  • Hattingen

  • Hamm

  • Herne

  • Herten

  • Lünen

  • Marl

  • Moers

  • Mülheim an der Ruhr

  • Oberhausen

  • Unna

  • Witten

Bekannt geworden ist das Ruhrgebiet durch den Steinkohlebergbau uns seine Schwerindustrie, welche bis weit in das 20. Jahrhundert die Region geprägt haben. Nach einem massiven Strukturwandel, welcher durch die Stilllegung des Bergbaus nötig wurde, hat sich die Region extrem verändert. Wo früher rauchende Schlote standen, findet man heute Industriedenkmäler, Technologieparks oder Einkaufszentren. Die Abraumhalden sind zu beliebten Ausflugszielen geworden, alte Industrie-Bahntrassen zu Radwegen und die Luft ist auch wieder sauberer.

Einenbahnfoto Brückstraße

Wie erreicht man das Ruhrgebiet?

Das ist nun denkbar einfach. Ideal ist eine Anreise mit dem Zug. ICE-Bahnhöfe gibt es hier genug, egal ob in Essen, Duisburg, Dortmund oder Bochum, einfach mit dem schnellen Zug anreisen. Alle anderen Städte sind dann bequem per Zug, Bus oder Straßenbahn zu erreichen.

Wer von (viel) weiter weg anreist, dem steht direkt in Dortmund ein Flughafen zur Verfügung. Ok, die Auswahl an Flügen nach Dortmund ist eher überschaubar. Als Alternative bietet sich aber der Flughafen Düsseldorf an, einer der größten Airports Deutschlands. Und vom Flughafen-Bahnhof kommt ihr schnell und bequem mit Nah- und Fernverkehrszügen in das Ruhrgebiet.

Natürlich ist auch eine Anreise mit dem Auto eine Option. Das Ruhrgebiet ist von einem dichten Autobahnnetz durchzogen. Von Westen nach Osten (und natürlich auch zurück) führen parallel die A2 im Norden, die A42 in der Mitte und die A40 etwas weiter südlich durch den Pott. Von Nord nach Süd führen dann die A3, die A43, die A45 und ganz im Osten die A1 durch die Region.

Allerdings solltet Ihr unter der Woche teilweise ein wenig Geduld mitbringen. Gerade zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen und am Nachmittag wird es schon  mal sehr eng auf den Autobahnen. Unsere A40 nennen wir nicht ohne Grund liebevoll „Ruhrschleichweg“. Trotzdem kann man das Ruhrgebiet wunderbar mit dem Auto erkunden. Eventuell wäre es sogar das Ziel für einen Roadtrip.

Übernachten im Ruhrgebiet

Im Ruhrpott gibt es unzählige Möglichkeiten zur Übernachtung. Von noblen Hotels über einfache System-Hotels bis hin zu Jugendherbergen findet Ihr für jeden Geldbeutel das Passende. Zudem gibt es zahlreiche Campingplätze oder ausgewiesene Stellflächen für Wohnmobile, um mit dem rollenden Eigenheim ein Plätzchen zu finden.

Ein paar besondere Übernachtungsmöglichkeiten wollen wir Euch aber vorstellen:

Achtet bei der Buchung der Hotels nur darauf, dass diese recht zentral liegen oder eine gute Anbindung an den ÖPNV haben. Dann ist es vollkommen egal, ob Ihr im westlichen oder östlichen Ruhrgebiet übernachtet, ihr kommt schnell zu jedem Ziel im Pott. Bei einem längeren Aufenthalt kann es sich aber lohnen, den Standort mal zu wechseln.

Tolle Sehenswürdigkeiten im Ruhrgebiet

Kommen wir nun zu den Sehenswürdigkeiten im Ruhrgebiet. Habt Ihr mal sechs Stunden Zeit, dann listen wir Euch die alle auf. Nicht? Ok, dann beschränken wir uns auf eine Auswahl der Dinge, die uns immer wieder gut gefallen, denn auch wir kennen nicht alle. Glaubt uns, wie leben hier seit über 50 Jahren und wir haben noch nicht alles Sehenswerte gesehen.

Außenbereich

Das oben ist wirklich nur eine kleine Auswahl an sehenswerten Orten hier im Ruhrpott. Plant am besten vor Eurer Reise, welche der unzähligen tollen Orte Ihr sehen wollt. Dazu möchten wir Euch noch ein paar Links zum Lesen geben, wo Ihr noch viel mehr Sehenswürdigkeiten finden könnt:

Radfahren im Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet lässt sich wunderbar mit dem Fahrrad erkunden. Dazu könnt Ihr entweder Eure eigenen Räder mitbringen oder hier vor Ort Räder mieten.

In den letzten Jahren hat sich die Situation für Radfahrer hier im Pott sehr verbessert. Auch wenn sie noch weit von einem idealen Zustand entfernt ist, wird einiges für die Infrastruktur getan. Es gibt viele Radwege, Fahrradstraßen, ein sehr gutes Knotenpunkt-System zur Orientierung und natürlich die tollen Radwege auf alten Bahntrassen.

Radschnellweg

Zwischen Mülheim und Essen gibt es den tollen Radschnellweg RS1. Dieser führt abseits vom Autoverkehr auf einer alten Bahntrasse und ist eine sehr beliebte Verbindung zwischen den beiden Städten. Im Endausbau soll dieser von Duisburg bis Hamm führen, über eine Strecke von 101 Kilometern. Wann das aber sein wird, steht ein wenig in den politischen Sternen. Leider obliegen die einzelnen Bauabschnitte den Kommunen, und die treiben das Projekt nicht unbedingt mit viel Ehrgeiz voran.

Auch hier möchten wir Euch ein paar Links zum planen von tollen Radtouren im Ruhrgebiet geben:

Ein paar Tipps für den Besuch im Ruhrpott

Wenn ihr in den Ruhrpott kommt, seid Euch bewusst in eine Region zu kommen, wo das Miteinander vieler Kulturen gelebt wird. Hier ist jeder in erster Linie mal Mensch, egal wo er weg kommt. Die Menschen hier sind immer offen, hilfsbereit, manchmal auch ein wenig knorrig aber immer geradeheraus. Wenn man mal schlechte Laune hat, bekommt das die Umwelt auch mit. Iss halt so.

Verpasst es auch nicht, mal einen Blick abseits der Industrieanlagen zu werfen. In den Randregionen des Ruhrpotts werdet Ihr überrascht sein, wie ländlich das hier sein kann, inklusive weiter Felder und Pferdekoppeln. Auch das Ruhrtal in einen Ausflug wert, welches sich wie ein grünes Band durch das Ruhrgebiet zieht.

Macht Euch auch auf den Webseiten der einzelnen Städte und Kreise schlau. Jede Stadt hat seine kleinen, schönen Orte, welche den Rahmen des Beitrages hier sprengen würden. Wir können für Mülheim Ruhr, unserer Heimatstadt, ein paar Beispiele geben.

Sehenswürdigkeiten Mülheim Ruhr

Sprachbarriere? Ach watt!

Achja, die Sprache, auch noch so eine Sache. Hier wird Ruhrdeutsch gesprochen, auch Ruhrpottisch genannt. Manche sagen auch Kumpelsprache, was wohl sehr gut passt. Die Sprache hat sich aus der kulturellen Vielfalt der Bergbauzeit entwickelt. Durch Ruhrpott-Ikonen wie Jürgen von Manger, Tana Schanzara ist sie dann berühmt, kultig geworden. Auch Herbert Knebel, Ludger Stratmann und Atze Schröder haben ihren Anteil an der Bekanntheit vom Ruhrpottischen.

Fachleute sagen, „Die Varietät der im Ruhrgebiet gesprochenen Dialekte ist jedoch Hochdeutsch mit niederdeutschen Substraten.“ Donnerlüttchen, dat klingt gebildet.

Besser gefällt uns da schon die Definition bei Ruhrgebietssprache.de:

„Grammatik zeigt Charakter!“ Dieser Ausspruch ist voll auf die Ruhrgebietssprache zu übertragen, denn ihre Sprachregelungen spiegeln die wichtigsten Charakterzüge der Menschen an Rhein, Ruhr und Emscher deutlich wider: Geradlinigkeit, Toleranz und Mut zur selbstverantwortlichen Kreativität.

Die Sprache, unser Dialekt, wird hier alltäglich genutzt und gelebt. Noch heute heißt ein Butterbrot für die Pause „Dubbel“, das eingeschulte Kind ist ein „i-Dötzke, ältere Kinder dann er „Köttel“, schlechtes Wetter ist „schäbbich“, hartes Arbeite ist „wullachen“. Das und was können Ruhrpottler nur als dat und wat sprechen, dat iss halt so. Auch mit Vornamen hat man es hier nicht so. Günter heißt immer „Günni“, Manfred „Manni“, „Else“ ist die Elisabeth und „Käthe“ die Katharina.

Und beim Quätschken anner Trinkhalle wird auch mal über die neuesten Gerüchte von „Dem Paule Koslowskis seiner Schwester“ gesprochen.

Aber keine Angst, liebe Ruhrpottbesucher, auf Euch wird Rücksicht genommen und Dinge auch zweimal erklärt. Nicht dat Ihr knaatschich werdet, rumflennt und mit Schmackes rumbandusen tut!

Bonustipps

Hier noch ein paar wichtige Bonustipps für einen Besuch im Ruhrpott. Befolgt diese und Ihr werdet eine wunderbare Zeit hier haben:

  • In der Pause eine Currywurst zu essen, mit Pommes Bahnschranke (in Summe: Mantateller), ist kein Kalorien-technisches Vergehen, sondern ein Muss und Grundnahrungsmittel.
  • Alte Industrieanlagen oder aktive Hochöfen am Wegesrand sind schön!
  • Der Geruch von verbranntem Eisen, Schwefel oder andere Odore (besonders an der Emscher) müssen so sein.
  • Nein, ihr brauch keine Angst vor irgendwelchen No-go-Areas zu haben.
  • Schrebergärten sind die Parks der kleinen Menschen!
  • Laut „Blau-und-weiß-wie-lieb-ich-dich“-singend durch Dortmund zu gehen, ist nur eine mittelmäßig gute Idee.
  • Laut „Heya-BVB“-singend durch Gelsenkirchen zu gehen, ist nur eine mittelmäßig gute Idee.
  • Trinkhallen (Büdchen) sind die beste Erfindung und gerade in Corona-Zeiten genial zum shoppen.
  • Wenn Du sagst, im Ruhrpott ist alles grau, warst Du noch nie im Ruhrpott.
  • Außengastronomie (Hallo Corona) ist hier der Stehtisch anner Currywurstbude.
  • Ein Pilsken kann zu jeder Zeit getrunken werden.
  • Du tust hier Dinge tun.

Lesenwertes zum Ruhrpott

Zum Schluß möchten wir Euch noch ein paar tolle Tipps zum Thema Ruhrpott mitgeben. Diese Seiten rund um das Ruhrgebiet und seine Menschen sind wirklich lesenswert:

So, wir hoffen, wir konnten Euch ein wenig Lust auf den Ruhrpott machen. Wenn Ihr weitere Fragen oder Tipps habt, dann lasst doch gerne einen Kommentar hier.

Vielen Dank für Deinen Besuch

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Kommentare zu diesem Beitrag

2 Kommentare

  1. Volker Krause 24. Mai 2021 um 13:58 - Antworten

    Vielen Dank für die vielen Infos! Klasse gemacht!

  2. Robert Gitler 30. Mai 2021 um 17:43 - Antworten

    Klasse Bericht und tolle Zusammenstellung zu den schönsten Plätzen im Ruhrgebiet.

    Herzliche Grüße aus Hamm

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