Urlaub mit dem Fahrrad

Urlaub mit dem Fahrrad – 11 Reiseblogger:innen geben Tipps

Kategorie: E-Bike Blog

Veröffentlicht: 15. November 2020

Aktualisiert: 19. November 2020

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Autor: Thomas Jansen

Wir überlegen ernsthaft im kommenden Jahr Urlaub mit dem Fahrrad zu machen. Irgendwo hier in Deutschland, Österreich oder in den Niederlanden. Einfach die Pedelecs auf Auto schnallen und irgendwo hinfahren um dort eine schöne Region mit den Rädern zu erkunden. Oder vielleicht machen wir es auch mit dem Zug, bis zu einem Startpunkt und fahren von dort mit den Rädern wieder nach Hause. Mal schauen, was uns einfällt.

Da uns mit dieser Art zu Reisen die Erfahrung fehlt, haben wir befreundete Reiseblogger:innen nach ihren Tipps, Geschichten und Erfahrungen gefragt und wie sie selber mit dem Fahrrad verreisen. Mit dieser Fülle an Ratschlägen und Erfahrungen fühlen wir uns nun gut gerüstet, in die Planungen für einen Urlaub mit dem Fahrrad im kommenden Jahr einzusteigen.

Gerfried von Womo-Guide

Gerfried Rad

Ich bin Fahrrad-Fan. Das war in meiner Kindheit und Jugend noch nicht so. Da nutzte ich mein Fahrrad eher gelegentlich als wirklich regelmäßig, das Fahrradfahren war noch kein großes Thema. Doch als mir mein Bike an der Uni geklaut wurde, setzte die Ersatzbeschaffung eine Kettenreaktion in Gang. Durch die Recherche zum neuen Bike kam ich erst in Kontakt mit der Vielfalt des Fahrrad-Fahrens, den einschlägigen Foren und der „Fahrradkultur“. Zum neuen Touren-Rad kam dann bald ein altes City-Bike hinzu, an dem ich selbst viel herumschraubte, und im Keller entstand eine kleine Fahrrad-Werkstatt. Es folgten Mountainbikes, Rennräder, diverse Restaurations-Projekte und Umbauten. Seither hatte ich immer mindestens vier Fahrräder zeitgleich, zu Spitzenzeiten auch mal acht (sehr zum Missfallen meiner besseren Hälfte). Zur reinen Nutzung der Fahrräder gesellt sich da – zugegeben – eine gewisse Sammler-Leidenschaft und Technik-Verliebtheit.

Am liebsten fahre ich heute gemäßigte Touren mit dem Rennrad und Trails mit dem Mountainbike. Auch mit dem Citybike bin ich viel unterwegs, denn ich halte es in der Stadt für das beste Transportmittel. Dank immer besser werdenden Radweg-Netzen ist man damit meist zumindest gleich schnell wie mit Öffis und PKW, spart sich die Parkplatzsuche und hat sehr oft Vorteile auf der „Last mile“. Als ich noch einen längeren Arbeitsweg hatte, und am Arbeitsplatz lange Hemden trug, konvertierte ich eines meiner Räder zum E-Bike, und der PKW kam kaum mehr zum Einsatz. Generell fahre ich aber zu 95% ohne Motor. Ich bin kein E-Bike-Verweigerer und weiß, dass man sich auch damit anstrengen kann, doch es ist eine Sache der Effizienz: An vielen Tagen geht es mir darum, ein Sportprogramm abzuspulen, und dann noch Zeit für andere Tätigkeiten zu haben. Da wäre elektrische Unterstützung kontraproduktiv.

Die meisten unserer Reisen legen wir mit dem Wohnmobil zurück, und dabei haben wir eigentlich immer Fahrräder dabei. Die wenigen Male, wo wir ohne Bikes losfuhren, bereuten wir es jedes Mal. Meist fällt die Fahrrad-Wahl auf unsere Mountainbikes, da diese einfach sehr vielseitig sind. Damit können wir sowohl das frische Brot fürs Frühstück beim Bäcker holen, als auch Touren radeln und in den Bergen Trails bezwingen. Als wir (aus Diebstahl-Schutz-Gründen) mal mit alten City-Bikes unterwegs waren, nervten mich die damit eingeschränkten Einsatzmöglichkeiten.

Unterwegs nützen wir die Fahrräder vielseitig. Sie erlauben uns, Ausdauer-Sport zu betreiben, denn dafür gibt es auf Road-Trips sonst oft kaum Gelegenheit. Gleichzeitig sind sie auch ein ideales Transportmittel, um Städte zu besichtigen oder die Umgebung zu erkunden. Wir parken dann den Camper gerne in der Natur, und radeln zu den Sehenswürdigkeiten. Auch Tagestouren machen wir, dann auch gerne kombiniert mit Hin- oder Rückreise per Zug, wenn sich keine Rundtour anbietet.

Mehrtägige, reine Radreisen haben wir noch nicht versucht. Das war bislang eine Zeitfrage, ist aber zukünftig nicht ausgeschlossen.

Mein Tipp für jede Form von Reisen mit Fahrrädern: Reifen-Flickzeug, Pumpe, gutes Licht, ein wenig Geld und ein Telefon sollten immer dabei sein. Sich selbst helfen zu können, ist am besten, doch im Fall der Fälle sollte man auch Hilfe holen können.

Über Gerfried – WoMo Guide

Ger­fried war schon als Drei­jäh­ri­ger im Camper mit dabei, und irgendwie wollte ihn das Thema nicht loslassen. Heute schreibt er Roadtrip-Reiseberichte und Tipps und Tricks für Wohnmobil-Einsteiger auf https://womoguide.de (und ist seit 2020 neu auch auf YouTube unter https://youtube.com/c/WoMoGuide vertreten). Fahrräder dürfen auf keiner Tour fehlen!

Gerfried

Natalie von Outdoor-Familien-Glück

Natalie Rad

Als Kind und Jugendliche habe ich mit meinen Eltern und meiner Schwester oft Fahrradtouren am Wochenende unternommen. Als junge Erwachsene hatte ich jedoch keine Freude daran und nutzte mein Fahrrad nur sehr selten. Ich war lieber zu Fuß oder auf Skiern unterwegs. Das änderte sich, als ich meinen Mann kennenlernte. Ich ging im Sommer nicht mehr „nur“ wandern oder bergsteigen, sondern war auch vielmehr auf dem Rad unterwegs. Allerdings musste ich mich erst daran gewöhnen, die Natur viel schneller an mir vorbeiziehen zu sehen. Es ist einfach ein anderes Naturerlebnis. Aber heute gefällt mir die schnellere Geschwindigkeit genauso gut.

Inzwischen fahren wir einmal pro Jahr einen Flussradweg über mehrere Tage. Das bedingt natürlich, dass wir eine Strecke und keinen Rundweg erradeln. Dabei reisen wir mithilfe von Auto und/oder Zug möglichst nah an die jeweilige Quelle, verbringen dann vier Tage nur auf dem Rad und fahren anschließend wieder heim bzw. zum Auto oder nächsten Bahnhof. Bei unserer Radtour an der Rur radelten wir sogar zurück bis nach Hause, das war auch ein tolles Erlebnis. Unsere absoluten Highlights bisher waren der Ruhrtalradweg (Quelle bei Winterberg, Mündung in den Rhein bei Duisburg) und der Eder-Radweg (Quelle im Rothaargebirge südlich von Schmallenberg, Mündung in die Fulda bei Guntershausen). Dabei sind wir immer mit normalen Trekkingfahrrädern unterwegs und erstrampeln uns jeden Höhenmeter und Kilometer aus eigener Kraft. E-Bikes kommen für uns vorerst noch nicht infrage.

Was mir an dieser Art des Urlaubs besonders gut gefällt ist, dass man alles, was man in den Tagen benötigt, jeden Tag selber transportiert und sich dabei auf das Wesentliche beschränken muss. In den Tagen der Radtour ist nur die jeweilige Etappe, der Weg, der Fluss, die Natur ringsum und das Wetter wichtig. Perfekt, um abzuschalten, den Kopf so richtig freizubekommen und dabei einfach nur die Natur zu genießen.

Zum Abschluss noch zwei Tipps von uns:

Plant nicht zu viele Kilometer für einen Tag ein. Es ist auch schön, mal Zeit für eine zusätzliche Pause an einer besonderen Stelle verbringen zu können. Wir fahren am liebsten 50 bis 60 Kilometer pro Tag. Das ist aber natürlich auch eine Frage der Kondition und abhängig von den zu bewältigenden Höhenmetern.
Packt immer wetterfeste Kleidung ein. Auch wenn die Wetteraussichten zu Beginn gut sind, es kann sich gerade bei mehreren Tagen immer ändern. Wir haben außerdem immer eine Picknickdecke auf dem Gepäckträger dabei und nutzen diese gerne für ein Picknick im Grünen.

Über Natalie – Outdoor-Familen-Glück

Ich blogge vor allem über Natur- und Outdoor-Erlebnisse sowie aktive Reisen für die ganze Familie. Dabei liegt der Schwerpunkt im Wandern und Reisen mit Kindern, aber auch auf Outdoor-Aktivitäten mit Freunden und meinem Mann. In Nordrhein-Westfalen beheimatet zieht es unsere Familie immer wieder in die Alpen, aber auch in die deutschen Mittelgebirge und die abwechslungsreiche Natur in und um NRW.

Link zum Blog: OutdoorFamilienGlueck.com

Natalie

Ilona von Wandernd

Ilona Rad

Das Fahrrad war seit meiner Schulzeit mein wichtigstes Fortbewegungsmittel – meine Heimatstadt war ziemlich fahrradfreundlich. Seit ich in die Großstadt gezogen bin, wurde es von den öffentlichen Verkehrsmitteln etwas abgelöst, aber seine Bedeutung fürs Pendeln zur Arbeit (zumindest wenn es nicht regnet) oder auch für Ausflüge hat es behalten. Tatsächlich suchte ich meine Wohnung danach aus, dass ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren konnte.

Vor knapp 15 Jahren habe ich dann auch das Radreisen für mich entdeckt. Zusammen mit einer Freundin hatte ich damals die verrückte Idee, wir könnten mit dem Fahrrad zum Mont St. Michel in der Normandie fahren. Bei unserer