Zuletzt aktualisiert am 8. Januar 2019 um 18:12

Urlaubsbilder präsentieren, den Freunden und Verwandten zeigen was man auf seiner tollen Reise erlebt hat. Wer auf Reisen geht, kommt meistens mit einer oder mehreren Speicherkarten voller Bilder nach Hause. Fotos kosten heute kein Geld mehr. Früher hat man sich noch Gedanken gemacht, ob man wirklich noch einen Film einlegen soll. Und dann die Entwicklungskosten, da wurde doch diskutiert ob das jetzt wirklich noch notwendig ist.

Ja, liebe junge Leser dieses Blogs, so war das mal. Der Vorteil dabei war, das man wesentlich bedachter Fotografiert hat. Man hat eigentlich bei jedem Bild versucht, das optimale Motiv zu bekommen, ein zweiter Versuch kostete schließlich Geld.

Heute wird ein Motiv schon mal aus drölfzehn Perspektiven fotografiert und am besten noch eine Serienaufnahme mit 10 Bildern pro Position gemacht, kostet ja nix!

Zu Hause angekommen brennt man nun darauf, diese Bilder den lieben Menschen zeigen, die nicht mit auf die Reise konnten durften. Diese sind auch alle ganz gespannt, sitzen bei Bier und Chips in eurem Wohnzimmer und freuen sich auf eure Urlaubsbilder. Irgendwann, so ungefähr nach Bild Nummer 2423 schlafen die ersten Besucher dann ein!

Damit euch das nicht passiert, kommen jetzt mal ein paar kluge Tipps!

Urlaubsbilder präsentieren aber vorher gnadenlos aussortieren

Bilderflut aus dem Urlaub

Bilderflut aus dem Urlaub

Wir haben von unserer letzten Reise knapp 4500 Bilder mit nach Hause gebracht. Wenn wir die alle zeigen würden, dann würden wir wohl niemals mehr jemanden finden, der sich unsere Urlaubsbilder ansehen möchte.

Aus den tausenden von Bildern haben wir eine Auswahl für den Bilderabend zu Hause von 420 Bildern erstellt. Dies reicht locker für einen ein bis zweistündigen, gemütlichen Abend mit Freunden oder Verwandten, die sich wirklich für die Reise interessieren.

Für die kleine Präsentation unterwegs, per iPad haben wir die Auswahl dann noch weiter reduziert. Es sind nur noch 100 Bilder, die man dabei hat und unterwegs, auf der Arbeit oder in der Straßenbahn jedem zeigen kann, ob er will oder nicht.

Nein, im Ernst, so eine kompakte Auswahl ist für einen kurzen, schönen Einblick in die Reise absolut ausreichen.

Wie soll man denn aussortieren? Nun, das ist nicht immer ganz einfach. Nehmen wir mal den Wert von etwas 400 Bildern für die Präsentation zu Hause. Bei einer 18-tägigen Reise sind das dann etwa 22 Bilder für jeden Urlaubstag. Nun gibt es Tage, von denen man nicht so viel zeigen kann/möchte, andere Tage bieten da wesentlich mehr. Behaltet das beim Aussortieren einfach im Auge.

Und nun zu den Kriterien beim Auswählen

  • Ein NoGo für mich sind unscharfe Bilder. Und komm mir jetzt keiner mit „das ist aber Kunst“. Nein, es sind einfach verwackelte Bilder, die sich bitte niemand anschauen muss.
  • Das gilt übrigens auch für völlig Unter- oder Überbelichtete Bilder. Ich will doch meinen Besuchern nicht meine Unfähigkeit beim Fotografieren zeigen.
  • Doppelte Motive will keiner sehen! 4 mal das gleiche Bild hintereinander, Frau vor Abgrund, einmal Frau von Links, einmal Frau von Rechts, einmal Frau von Vorne, einmal Frau von hinten. Kann man so knipsen und hinterher nimmt man davon das schönste Bild und packt es in die Präsentation. Alle vier Bilder will keiner sehen!
  • Das gleiche gilt für Landschaftsaufnahmen. Wir bereisen ja viele National Parks,und klar, auch ich mache dort von einer Stelle zahlreiche Bilder an jedem Aussichtspungt. In die Auswahl gehören dann aber nur ein oder maximal zwei Bilder, die von der Stelle geschossen wurden. Das gleiche Motiv, einmal mit Tele, einmal mit Weitwinkel erzeugt dann nur noch ein Gähnen bei den Betrachtern.
  • Achtet ein wenig auf Abwechslung. Auch wenn man noch so schöne Landschaften fotografiert. Hier und da mal ein Foto mit Menschen, mit dem Mitreisenden oder mit kleinen Details lockern die Sache ungemein auf.
  • Wenn ich dann keine Anzahl x zusammen bekomme, dann sind es halt weniger Bilder. Das ist immer noch besser, als mit aller Gewalt auf dir vorher ausgedachte Zahl an Bildern zu kommen.
  • Schiefe Bilder will auch keiner sehen, wirklich nicht. Wenn das Meer links aus dem Fernseher läuft. Das Bild gerade zu drehen ist auch mit der einfachsten Fotosoftware heute kein Problem.

Ich gebe zu, das Aussortieren fällt mir oft schwer. Mir blutet manchmal das Herz, wenn ich durch die Bilder klicke. Zu fast jedem Bild hat man eine Erinnerung, einen Eindruck den man gerne weiter geben möchte. Aber, ganz ehrlich, diese Empfindungen kann man eh nur schwer in Bildern übermitteln. Ich habe schon x Fotos vom Grand Canyon gesehen und auch selber gemacht. Keines dieser Bilder vermittelt auch nur ansatzweise das Erlebnis, welches man beim realen Anblick des Canyons hat.

Bilder gestalten und bearbeiten

Der Gedanke, alle Bilder so wie sie aus der Kamera kommen für die Präsentation zu nehmen, ist ein Wunschgedanke. Zumindest wenn man selber den Anspruch hat, die Urlaubsfotos vernünftig zu zeigen.

Achtet trotzdem bereits beim Fotografieren darauf, die Bilder halbwegs spannend und ansprechen zu gestalten. Dazu habe ich ja bereits einen eigenen Ratgeber geschrieben. Alles was ihr beim eigentlichen fotografieren schon richtig macht, muss hinterher nicht mehr korrigiert werden.

Auch zu Hause in der Bildbearbeitung könnt ihr da noch Einfluss drauf nehmen. Bilder gerade drehen oder störende Elemente am Bildrand durch zuschneiden des Ausschnitts entfernen. Das kann jede einfache Bildbearbeitung und sollte vor dem Präsentieren der Bilder auch gemacht werden.

Schaut euch die Bilder vor allem mal alleine an. Macht einen Testlauf. Mir fallen dabei oft noch Dinge auf die nicht schön sind, die mich stören. Und wenn sie mich stören, so gefallen die Dinge meinen Besuchern auch nicht.

Ausgabemedium beachten

Überlegt vor dem Bearbeiten der Bilder, auf welchem Gerät ihr die Bilder zeigen wollt. Und dann schaut nach, welches Bildformat, welches Seitenverhältnis hat dieses Gerät. Die meisten Kameras erzeugen Fotos mit einem Seitenverhältnis von 4:3, einige auch von 3:2.

Wenn ihr diese Bilder auf einem modernen Fernseher zeigt, dann hat dieser oft ein Seitenverhältnis von 16:9. Wenn ihr die Bilder nun direkt aus der Kamera auf dem Fernseher zeigt, dann habt ihr links und rechts einen schönen, fetten schwarzen Balken – im Idealfall. Schlimmer wird es, wenn der Fernseher hin geht und das Bild auf die volle Monitorfläche streckt, dann sieht es ganz gruselig aus.

Schaut also vorher nach, welches Format hat das Gerät, auf dem ich die Bilder zeigen möchte und dann schneidet eure Bilder dazu passend zu.

Und das Tablett, auf dem man die Bilder später mitnehmen möchte, hat dann natürlich ein anderes Seitenverhältnis als der Fernseher. Tja, dann heißt das halt, die Bilder in zwei verschiedenen Versionen zu entwickeln.

Spezielle Software oder Dia-Show nutzen?

Kann man machen… muss aber nicht sein. Wir zeigen unsere Bilder normalerweise über die Vorschau-Funktion vom Mac, einfach alle Bilder auswählen, die man zeigen will, und dann als Dia-Show anzeigen.

Wenn man sich die Arbeit machen will und die Bilder noch in eine SuperDuper-Dia-Show-Software packen will, so spricht da aber auch nichts dagegen. Achtet dabei aber darauf, das diverse Spezial-Effekte von diesen Tools eigentlich nur vom Wesentlichen ablenken, nämlich von euren Bildern. Geht mit solchen Dingen sparsam um.

Solltet Ihr Lightroom oder Photoshop Elements benutzen, dann schaut euch mal die DiaShow Funktionen dieser Programme an. Damit lassen sich recht schöne, schlichte Präsentationen erstellen.

Zeit nehmen

Ihr seht an den obigen Punkten, dass eine vernünftige Präsentation der Urlaubsbilder nicht mal eben erstellt ist. Daher, nehmt euch Zeit dafür.

Ich war früher selbst so bescheuert und wollte die Bilder am besten noch am Abend unserer Ankunft zeigen. Dabei ist dann die Auswahl und die Entwicklung, wenn überhaupt, im Schnelldurchgang erfolgt. Dem entsprechend sahen dann auch die Ergebnisse aus.

Also, nehmt euch Zeit für die Auswahl und die Bearbeitung der Bilder. Dies kann in aller Ruhe, auf mehrere Abende verteilt statt finden, schön gemütlich, mit einer schönen Tasse Kaffee, Tee oder Bier dabei. Genießt diese Arbeit und schwelgt dabei in den Urlaubserinnerungen.

Keiner wird euch böse sein, wenn die Bilder erst eine oder zwei Wochen nach der Heimkehr gezeigt werden, dafür dann aber in ansprechender Form – im Gegenteil, die Betrachter werden es euch danken.

Fazit

Das Vorbereiten der Urlaubsbilder für einen schönen, gemütlichen Fotoabend kostet Zeit und Aufwand. Aber das Ergebnis kann sich meistens sehen lassen und eure Freunde, Bekannte und andere Menschen werden es euch danken.

Und nun die Frage an die Leser… wie macht ihr das mit Euren Urlaubsbildern? Investiert ihr Zeit da rein oder kommen die einfach nur vom Chip auf den Fernseher? Bearbeitet ihr die Bilder, habt ihr noch Tipps für eine schöne Präsentation? Dann raus damit, am besten direkt hier als Kommentar.

Fotografie Schule für Reisefotos

Dieser Beitrag ist Teil unserer Fotografie Schule für Reisefotos – Tipps und Tricks für schönere Urlaubsfotos. Wenn ihr mehr zu dem Thema lesen wollt, so schaut mal auf der Startseite unserer Fotografie Schule vorbei. Keine Angst, hier müsst ihr Euch für keinen Newsletter anmelden und kostenlos ist das auch noch. Einfach rein schauen, lernen, schönere Bilder machen.

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Wer schreibt hier?

Wir sind es, Melanie und Thomas. Zwei Reisesüchtige in den besten Jahren, wie man das neuerdings so sagt, also das mit den Jahren. Wenn wir mal nicht reisen, verdienen wir unser Geld zum Reisen und fotografieren uns an den Wochenenden durch die nähere Umgebung. Dabei lieben wir Zoos oder andere Sehenswürdigkeiten rund um unseren schönen, geliebten Ruhrpott.

Melanie und Thomas auf Reisen