Zuletzt aktualisiert am

In den letzten Tagen beobachten wir sehr interessiert die Diskussionen im Netz, welche aufkommen wenn Mitmenschen ihren Annual Pass verkaufen wollen. Dieser Pass ist eine Jahreskarte für die National Parks in den USA.

Wenn man nun so einen Pass bei Facebook oder in Foren zum Verkauf anbietet, dauert es meist nur Minuten, bis man einen Käufer gefunden hat. Gleichzeitig löst man aber einen kleinen Shitstorm aus, der eigentlich immer gleich aussieht.

Werbung Hinweis

Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Verweise sind Affliate-Links. Wenn du auf so einen Link klickst und dann einkaufst, bekommen wir von deinem Einkauf eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Was ist dieser Annual Pass

Wie oben schon geschrieben, der Annual Pass ist eine Jahreskarte, welche einen für 12 Monate zum kostenlosen Besuch der US National Parks berechtigt. Der Ausweis wird auch oft America the Beautiful genannt. Der Pass kostet 80 US-Dollar und kann in allen Visitor Centern oder direkt am Autoschalter am Parkeingang gekauft werden. Auf der Rückseite des Passes gibt es zwei Unterschriften Felder. Beim Kauf des Passes muss man eines davon unterschreiben. Wenn man nun in einen National Park hinein fährt, so wird die getätigte Unterschrift kontrolliert. Zusammen mit dem Annual Pass muss man immer eine ID (Personalausweis, Reisepass, Führerschein) abgegeben werden um die Person von der Unterschrift zu identifizieren.

Fakten zur Weitergabe des Passes

Nun haben wir in den letzten Jahren immer wieder einen Annual Pass gekauft. Der Kaufpreis rechnet sich in einem Urlaub bereits beim 4. Parkbesuch (nach der aktuellen Preiserhöhung in den National Parks bereits nach dem 3. Parkbesuch). Beim Kauf des Passes wurden wir nun dem Ranger darauf hingewiesen, dass wir nur ein Unterschriftenfeld nutzen sollen, weil man den Pass ja weiter geben kann. Wir haben diese Aussage zum Anlass genommen um mal genau nachzufragen.

Annual Pass Vorderseite

Dabei fragten wir nach, ob wir den Pass nur an Freunde und Bekannte verschenken dürfen oder ob wir ihn auch verkaufen dürfen. Klare Aussage des Rangers: Natürlich darf er weiter verkauft werden, dadurch ist er doch für Touristen aus allen Ländern der Welt so interessant. Soweit das Gespräch mit jemanden, der es wissen sollte. Wir haben uns diese Aussage übrigens in den zwei Wochen von zwei anderen Rangern bestätigen lassen – auch hier war die einhellige Aussage, dass der Pass natürlich weiter gegeben werden und auch verkauft werden darf. Der Käufer kann dann einfach das zweite, noch freie Unterschriftenfeld nutzen. Die beiden Unterschriftengeber müssen nicht miteinander verwandt, verschwägert oder versonstwast sein. Und für den Annual Pass gibt es noch eine tolle Seite, mit den wichtigsten Fragen zum Pass. Wenn es einer schafft, mir zu zeigen, wo die Stelle mit dem Verkaufsverbot steht, der bekommt einen Keks: http://store.usgs.gov/pass/annual.html Auf Deutsch gibt es das hier als Download: https://store.usgs.gov/pass/IntlBro_German%20-%20FINAL.pdf

Aber auf der Homepage steht doch Non-Transferable

Natürlich haben wir die netten Ranger auf unserer letzten Reise auch darauf angesprochen. In der Tat, auf der verlinkten Seite steht Non Transferable: http://www.nps.gov/findapark/passes.htm Non Transferable heißt, wenn man in einen National Park rein fährt, muss einer der beiden Unterschriftengeber im Auto sitzen. Ich kann nicht den Pass einfach jemand anderem geben, der mit den Unterschriften nichts zu tun hat, und diesem damit den Eintritt in den Park ermöglichen. Weiter ist es nicht möglich einen verlorenen Pass zu ersetzen bzw. zu erneuern. BTW: Nicht verkäuflich würde Not Resaleable heißen.

Was sagt der National Park Service?

Trotzdem sorge der Verkauf des Passes immer wieder für Diskussionen. Es wurde also dringend Zeit, diese Sache einmal direkt mit dem National Park Service zu klären. Das hat dann die liebe Silke vom Blog Safetravels in die Hand genommen. Sie bekam darauf hin Antwort vom Interagency Pass Program Manager. Und diese Antwort sagt aus, dass die Weitergabe des Passes, mit freiem Unterschriftenfeld, an Freunde, Bekannte usw. legal ist. Was aber verboten ist, ist der Verkauf des Passes, wenn man kein „authorized reseller“ ist. Den kompletten Schriftverkehr könnt ihr in Silkes Beitrag zum National Park Pass nachlesen.

Nach dieser Aussage sollen nun wohl die oben verlinkten Seiten, FAQs und Anleitungen noch angepasst werden. Das warten wir jetzt mal ab. Denn dort steht immer noch nichts von einem Verkaufsverbot.

Moralisches

Mal ganz abgesehen von den Einnahmen für Campingplatzgebühren, Essen, Trinken, Karten, Bärenspray, T-Shirts, Magnete oder sonstige Souvenirs – die man alle artig und mit viel Freude in den National Parks abliefert. Wenn ich jetzt in den USA leben würde und übers Jahr verteilt meine 8 Besuche in verschiedenen Parks machen würde, dann würde ich den Pass auch nicht abgeben. Aber, vielleicht würde ich den dann mit meinen Nachbarn und Freunden teilen, die an anderen Wochenenden dort unterwegs sind. Ich kaufe den Pass aber, nutze ihn 3 Wochen und dann liegt er hier die restlichen 49 Wochen seiner Gültigkeit rum. 

Oft liest man dann auch das Argument, das man ja sooo viel Geld für Unsinn ausgibt, das einem die 80 US Dollar doch nicht weh tun. Bei so Aussagen dreht sich mir persönlich alles um. Erstens ist es meine Sache, zweitens kenne ich genügend Menschen, die sparen jeden Cent für so eine Reise und müssen sich richtig krumm legen um so eine Reise anzugehen.

Amerikaner tun das nicht…

„Amerikaner verkaufen ihre Pässe nicht“, „Amerikaner finden das was die ausländischen Touristen machen doof“, „Amerikaner teilen sich den Pass lieber mit Freunden“… all das liest man immer wieder in den Diskussionen.

Das ist alles Unsinn und entspricht eben nicht der Realität, wie wir sie kennengelernt haben.

Uns wurden schon ein Annual Pass von einem Amerikaner zum Kauf (!) angeboten. Als wir den nicht genommen haben, hat ihn ein anderer Camper genommen, einen Stellplatz weiter, ebenfalls Amerikaner. So viel zum Thema, Amerikaner tun das nicht.

Und wenn man sich mal mit denen unterhält, dann haben die durchaus Verständnis dafür, dass man den Pass nach nur 3 Wochen Nutzung weitergibt. Warum soll er auch den Rest den Jahres zu Hause ungenutzt rum liegen.

Und wenn die Amerikaner sich den Pass zum Beispiel mit Freunden teilen, jede Familie zahlt dann die Hälfte, wo genau ist der Unterschied zum Weiterverkaufen? Eben, es gibt keinen! Es reisen zwei Familien in die Parks und in Summe werden nur die 80$ bezahlt. 

Das ist auch genau der Punkt, wo wir auf die Argumentation der National Park Behörde gespannt bin. Ein Verkauf des Passes an Bekannte ist doch nichts anderes, als wenn ich mit denen zusammen dort die Reise unternehme und wir an der Kasse jeder 40 US$ auf den Tisch lege – wir teilen uns den Pass.

Fazit

Fakt ist, der Verkauf ist nach neuesten Erkenntnissen nicht erlaubt. Die Weitergabe an Freunde , Bekannte oder auch wildfremde Menschen – ohne dafür einen Cent zu bekommen – ist aber gestattet. Nun stellt sich dabei natürlich die Frage, ohne jetzt zu illegalen Handlungen aufrufen zu wollen, wie soll das kontrolliert werden?

Es ist aber sicherlich nicht klug, die Weitergabe öffentlich im Netz zu verkünden. Womöglich noch mit sichtbarem Namen oder der Passnummer.

Kommentare sind hier, wie immer, sehr gerne gelesen.

Werbung

Kauftipp bei Amazon

Unterwegs in den USA: Das große Reisebuch (* Amazon)
- - Herausgeber: Verlag Wolfgang Kunth - Auflage Nr. 0 (01.01.1970) - Taschenbuch: 528 Seiten
29,95 EUR
Bildband USA: Die Nationalparks der USA. Vom Yellowstone bis zu den... (* Amazon)
Ian Shive - Herausgeber: NG Buchverlag GmbH - Auflage Nr. 1 (13.06.2016) - Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
24,99 EUR
NATIONAL GEOGRAPHIC Traveler USA-Nationalparks (* Amazon)
National Geographic - Herausgeber: NG Buchverlag GmbH - Auflage Nr. 1 (08.09.2014) - Broschiert: 480 Seiten
11,31 EUR

Stand der Preise bei der letzten Aktualisierung der Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Vielen Dank für Deinen Besuch!

Wir freuen uns riesig über Kommentare unter dem Beitrag oder über das hemmungslose Teilen auf den Social Medias.

Unsere Themenbereiche auf dem Blog:

Reisen • Fotografie • Tierfotografie
FlugzeugfotografieDampfenBloggen und Leben

Verpasse keinen neuen Beitrag mehr – abonniere jetzt unseren Newsletter.

Fotoschule

Fotografie Schule für Reisefotos

Newsletter des Reisen-Fotografie Blogs

Wir bieten Dir die Möglichkeit, per Mail über neue Beiträge auf dem Blog informiert zu werden. Dazu kannst Du einfach unseren Newsletter abonnieren. Du bekommst dann automatisch eine Mail, wenn wir einen neuen Beitrag veröffentlichen. Selbstverständlich kannst Du dieses Abo jederzeit wieder kündigen, ein Link dazu findest Du in jeder Mail des Newsletters.

Trage für ein Abo einfach Deinen Namen und Deine Mailadresse hier in das Formular ein und klicke auf „Abonnieren“. Du bekommst danach eine Mail an die eingetragene Adresse. In der Mail findest Du einen Link, mit dem Du die Anmeldung nochmals bestätigen musst.

Beachte dazu bitte auch unsere Datenschutzerklärung.

Anmeldung zum Newsletter