USA Wohnmobil Guide

USA Wohnmobil Guide – Erfahrungen und Tipps

Kategorie: Reisetipps USA

Veröffentlicht: 20. Februar 2020

Aktualisiert: 11. November 2020

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Autor: Thomas Jansen

Ihr möchtet die USA mit dem Wohnmobil erkunden? Das ist eine fantastische Idee. Es gibt wohl keinen bessere Art, die unendlichen Weiten des Landes zu erforschen. Die breiten, endlosen Highways, die tollen National Parks, die vielen unbekannten Ecken – all dies kann in den USA mühelos mit einem Wohnmobil erforscht werden.

Auf dieser Seite möchten wir Euch ein paar gesammelte Tipps geben. Wir standen vor unserer ersten Wohnmobil Tour in den USA vor einen riesigen Berg voller Fragezeichen. Die Antworten darauf findet ihr in diesem Beitrag. Wenn wir was vergessen haben, Finger per Kommentar heben, wir ergänzen es dann gerne.

USA Wohnmobil Urlaub – wann buchen?

Die beste Zeit, um einen Camper in den USA oder in Kanada zu buchen ist so früh wie möglich. Tolle Aussage, oder?

Die Preise für Wohnmobile richten sich streng nach der Nachfrage. Je mehr Camper für einen Zeitraum gebucht werden, desto teurer wird die Miete. Die Preise bei den Reiseveranstaltern werden 1-2 mal pro Woche angepasst. Daher findet man bei vielen Anbietern auch keine echten Preise in den Katalogen, sondern nur sogenannte Staffelpreise. Welche Staffel für welchen Zeitraum und welchen Übernahmeort gerade aktuell ist, kann Euch euer Reisebüro sagen.

Daher kann eine frühzeitige Buchung viel Geld sparen. Zusätzlich bieten viele Veranstalter Special-Konditionen an. Das können Frühbucherrabatte sein, welche oft im Zeitraum von August-Oktober für eine Buchung im folgenden Jahr besonders üppig ausfallen. Aber auch spätere Buchungen bieten noch interessante Rabatte, wenn auch nicht mehr so heftig.

USA Wohnmobil mieten – geschickt Geld sparen

Neben dem frühen Buchen gibt es aber noch weitere Möglichkeiten zu sparen.

  • Seid flexibel bei der Reisezeit – eine Woche früher oder später kann ggf. viel Geld sparen.
  • Seid ebenso flexibel beim Anmietort. Die Preise können z.B. zwischen San Francisco, Los Angeles und Las Vegas extrem unterschiedlich sein.
  • Nicht selten ist ein größeres Wohnmobil günstiger als ein kleinerer Camper. Ob das mit dem Mehrverbrauch an Benzin wieder aufgefressen wird, das ist ein Rechenexempel.
  • Die Preisunterschiede sind Veranstalter zu Veranstalter ebenso unterschiedlich.
  • Gibt es Special-Pakete mit Meilen, zusätzlicher Ausrüstung oder Ausstattung?
  • Einwegmieten können richtig teuer sein. Diese fallen an, wenn ihr das Wohnmobil an einem anderen Ort abgeben wollt.
  • Manche Angebote können erst aber einer Mindestzahl an Miettagen buchen. Daher kann es ggf. preiswerter sein einen Tag länger zu bleiben.

Ein gutes Reisebüro vergleicht euch gerne die verschiedenen Varianten und hilft euch das günstigste Angebot zu finden. Am Ende könnt ihr mit den genannten Punkten durchaus vierstellige Beträge einsparen.

Ganz wichtig zu wissen ist die Tatsache, dass viele deutsche Reiseveranstalter sehr kulante Regelungen bei der Buchung eines Wohnmobil haben. Das wird im Grunde wie eine Mietwagenbuchung behandelt. Das bedeutet, Ihr braucht das Wohnmobil nicht anzahlen, die Zahlung erfolgt erst 30 Tage vor der Übernahme und eine Stornierung ist meistens bis 24 Stunden vor der Übernahme kostenlos möglich.

Ein weiterer Vorteil bei der Buchung über einen deutschen Reiseveranstalter sind die eingeschlossenen Versicherungsleistungen. Bei allen Anbietern sind ausreichend Versicherungen im Paket vorhanden und diese sind natürlich ohne Selbstbeteiligung. Eine Anmietung mit Selbstbeteiligung wird als Spar-Paket auch oft noch angeboten. Davon raten wir aber dringend ab. Die Wohnmobile in den USA sind recht groß, da berührt man schnell mal einen Baum beim rangieren.

Wohnmobil fahren in den USA

Welche Nebenkosten fallen an?

Ein wichtiger Punkt bei einer Reise mit dem Camper sind die Nebenkosten. Das sind natürlich die Benzinkosten, das sind Nebenkosten für Meilen, für die Benutzung des Generators, Kosten für die Campgrounds, Gas, Lebensmittel und viele andere Dinge.

All diese Nebenkosten, die teilweise nur ein paar Dollar kosten, andere aber richtig ins Budget schlagen, summieren sich im Laufe der Reise auf.

Was so ein Wohnmobil Urlaub in der Summe kostet, haben wir mal zusammen gestellt. Dazu haben wir unsere persönlichen Nebenkosten einer solchen Reise mal aufgeschlüsselt. Natürlich sind das sehr individuelle Kosten, die stark von den persönlichen Ansprüchen abhängen. Zur Orientierung dienen die aber allemal.

Welche Modelle/Typen an Wohnmobilen gibt es?

In den USA und Kanada findet man sogenannte A-Klasse oder C-Klasse Camper. Aber auch Truckcamper, bisher meist in Kanada zu Hause, finden ihren Weg in die USA. Dazu gibt es noch Trailer und andere Varianten. Welches der Modelle für Euch das Richtige ist? Das hängt ein wenig davon ab, wie gerne ihr große Autos fahrt. Wenn ihr damit nicht so sicher seid, dann empfehlen wir eher ein kleineres Modell. Eine detaillierte Beschreibung der verschiedenen Typen und Klassen findet ihr auf folgender Seite:

Welchen Führerschein braucht man für die Wohnmobile?

Normalerweise dürft ihr mit unseren deutsche PKW-Führerscheinen Klasse 3 oder B alle Wohnmobile fahren, die es in den USA und Kanada zu buchen gibt. Zumindest nach amerikanischen und kanadischem Recht ist das so. Hier könnte der Text zu Ende sein, wenn es keine deutschen Versicherungen gäbe, die bei einer Buchung in Deutschland auch ihre Finger im Spiel haben. Am Ende ist es ein wenig komplizierter, sodass wir das mal in einem eigenen Beitrag erklärt haben.

Kindersitze im Wohnmobil

Auch bei Familien mit Kindern werden Wohnmobil-Reisen in den USA immer beliebter. In dem Zusammenhang kommt oft die Frage nach Kindersitzen auf.

Generell müssen Kinder im Auto mit einem passenden Kindersitz gesichert werden. Diese Regelung gilt in den ganzen USA. Die Vorgaben, bis zu welchen Alter, Größe oder Gewicht sind aber in den verschiedenen Bundesstaaten unterschiedlich. Hier solltet Ihr euch vor der Reise schlaumachen, welche Regelungen in welchem Staat gelten. Eine Missachtung der Kindersitzregeln kann sehr teuer werden. Die Regelungen für die einzelnen Bundesstaaten könnt Ihr auf der Seite der Govenors Highway Safety Associaton nachlesen.

Die Kindersitze können in den meisten Wohnmobilen durchaus montiert werden. Die Sitzgurte an den Sitzgruppen eignen sich dafür, auch entgegen der Fahrtrichtung. Dies sind Beckengurte, wie auf dem Rücksitz eines normalen PKW.

Die Kindersitze müssen aber den Vorgaben der Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) entsprechen. Ein ECE-Prüfzeichen aus Deutschland reicht nicht aus. Am einfachsten ist es, einen passenden Kindersitz vor Ort zu kaufen. Einige Wohnmobil-Vermieter bieten auch die Miete eines Kindersitzes an.

Übernahme und Einweisung in das Wohnmobil

Einige Vermieter bieten Einweisungsvideos an, die ihr bei YouTube finden könnt. Schaut Euch diese ruhig vor der Reise an, auch mehrfach. Die Videos sind wirklich gut gemacht und geben einen Einblick in die Funktionen des Campers. Die persönliche Einweisung vor Ort, können sie aber nicht ersetzen.

Bei der Übernahme eines Wohnmobils bekommt ihr eine Einweisung in das Fahrzeug und in alle Funktionen. Lasst Euch für diese Übernahme wirklich Zeit und besteht auf eine ordentliche Einweisung. Dazu sollten alle Funktionen einmal getestet werden. Achtet auch darauf, dass alle Schäden am Fahrzeug, auch die kleinste Schramme oder ein winziger Steinschlag in der Windschutzscheibe, sorgfältig dokumentiert werden.

Ebenso sollten die Füllstände für Benzin, Propangas und der Zählerstand des Stromgenerators notiert werden.

Kontrolliert auch, ob die Schläuche für Wasser und Abwasser vorhanden sind und nicht beschädigt sind.

Testet alle technischen Geräte im Wohnmobil einmal durch:

  • Gasherd
  • Kühlschrank/Gefrierfach
  • Mikrowelle
  • Lampen
  • Rauchmelder
  • CO2-Melder
  • Generator
  • Wasserpumpe
  • Klimaanlage
  • Heizung
  • Control-Panel
  • Fernseher und Antenne bzw. Sat-Schüssel
  • Schubladen und Schranktüren
  • ggf. vorhandene ausfahrbare Treppen
  • Kann die Eingangstüre problemlos geschlossen und geöffnet werden?
  • Die Schlösser an allen Außenfächern und Türen testen

Mängel müssen selbstverständlich direkt vom Vermieter beseitigt werden, was aber bisher immer funktioniert hat.

Lasst Euch auch erklären, wie Ihr das Wohnmobil zurückgeben müsst. Reicht es besenrein oder muss eine Grundreinigung gemacht werden? Müssen die Abwassertanks leer sein? Wie viel Benzin/Propangas muss bei der Rückgabe im Tank sein?

Fahren und Rangieren mit dem Wohnmobil

Die Wohnmobile sind eigentlich recht einfach zu fahren, auch die großen Modelle. Zum Rangieren und Rückwärtsfahren bieten die Wohnmobile entweder Abstands Warner per Piepton oder Rückfahrkameras an. Beides ersetzt aber nicht den Einweiser. Lasst immer (!) den Beifahrer oder die Beifahrerin hinten am Wohnmobil schauen, ob überall genug Platz ist. Dabei sollte der Einweise so stehen, dass er im Rückspiegel für den Fahrer sichtbar ist.

Beim Rangieren unbedingt mal nach oben schauen. Die meisten Schäden entstehen durch Dinge, die oben im Weg sind. Sehr beliebt sind hier Baumäste, wo das Wohnmobil dann doch nicht drunter passt.

Das Fahren auf den Straßen in den USA ist aber recht einfach. Die Straßen sind breit und gut ausgebaut, sodass man auch mit einem großen Wohnmobil kein Problem hat. Bei langen Campern aber beim Abbiegen daran denken, dass das Heck schonmal zur Seite ausschwenkt.

Auf einer eigenen Seite findet ihr noch viel mehr Tipps, zum Fahren mit dem Wohnmobil in den USA.

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