Zuletzt aktualisiert am 27. Januar 2019 um 11:51

Ein wichtiger Faktor für den Kauf der Sony Alpha 7 II war für uns die Frage, ob unser bereits vorhandes Weitwinkelobjektiv SEL1018 auf der Kamera sinnvoll einsetzbar ist. Bereits im Fachgeschäft konnten wir das testen und mit dem Ergebnis waren wir soweit zufrieden. Warum die Frage aufkommt, was ein Bildkreis ist, welche Einschränkungen man beim Einsatz eines APS-C-Objektives auf einer Vollformatkamera hat und das einem die Kamera einen Ausweg aus dem Problem bietet möchten wir hier kurz beschreiben. 

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Was ist das Problem eines APS-C Objektives an der Vollformatkamera?

Der Unterschied zwischen einer APS-C- und einer Vollformatkamera ist die Größe des Sensors. Bei der APS-C-Variante ist der Sensor 22,2 x 14, 8mm groß, bei einer Vollformatkamera dagegen 36,0 x 24,0 mm, also deutlich größer. Und daraus ergibt sich ein Problem.

Der Bildkreis ist das Problem

Die Objetive für den jeweiligen Kameratypen sind so gebaut, dass der austretende Bildkreis, also das Licht, welches auf den Sensor trifft, diesen komplett bedeckt. Das kann man am besten mal mit zwei Bildern beschreiben.

Bildkreis Vollformat

Bildkreis Vollformat Objektiv

Bei diesem Bild sehr ihr den Bildkreis eines Objektives, welches für einen Vollformat Sensor gebaut wurde. Er deckt den kompletten großen Sensor (rote Linie) ab. Setzt man dieses Vollformat-Objektiv nun an eine APS-C-Kamera gibt es auch keinerlei Probleme. Die Fläche des Sensors wird komplett belichtet, nur der Bildausschnitt ist ein anderer – das ist der sogenannte Crop-Faktor, also die scheinbare Verlängerung der Brennweite bei Crop-Kameras. Wenn der Lichtkreis oben einer Brennweite von 10 mm entspricht, so ist der Ausschnitt auf dem kleineren blauen Sensor etwa eine Brennweite von 15 mm.

Setzt man nun aber ein APS-C-Objektiv, welches für den blauen, kleineren Sensor optimiert ist, an eine Vollformat Kamera, dann sieht das ein wenig anders aus.

Bildkreis APS-C Objektiv

Bildkreis APS-C Objektiv

Die APS-C-Objektive sind halt für den kleineren Sensor gebaut und der Bildkreis ist entsprechend kleiner. Somit kommt auf vielen Flächen des großen Vollformat-Sensors gar kein Licht mehr an, die Stellen bleiben auf dem Foto dunkel.

Daher gibt es von Sony für beide Sensorgrößen auch unterschiedliche Objektive. Die Vollformat-Objektive erkennt man am Zusatz FE in der Objektivkennzeichnung. Und unser geliebtes SEL1018 hat diesen Zusatz nicht. Es ist nicht für den Einsatz an einer Vollformatkamera gebaut.

Theorie und Praxis – wie immer im Leben

In der Praxis sieht es aber so aus, dass der Übergang zwischen belichteten und unbelichteten Stellen nicht so hart ist, wie in den oben gezeigten theoretischen Bildchen. Auch sind die Objektive nicht exakt auf die Ecken der Sensoren optimiert. Der Bildkreis ist meistens ein wenig größer und verändert sich bei Zoomobjektiven auch noch mit dem Verstellen der Brennweite.

Daher kann es durchaus sein, dass APS-C-Objektive mit ein wenig Glück doch gute Ergebnisse an der Vollformatkamera erzielen.

Das Sony SEL 1018 an der Vollformat Sony Alpha 7 II

Für uns war eine Kriterium für den Kauf der Sony Alpha 7 II, dass das teure und sehr gute Weitwinkel Objektiv auch an der Kamera funktioniert. Wir hatten im Vorfeld einige Forenbeiträge im Netz gelesen, wo der Tenor raus zu hören war, dass es funktioniert. Allerdings standen diese Erkenntnisse oft zwischen haarsträubenden Grundsatzdiskussionen, Wortklaubereien, Definitionsstreitigkeiten usw. – Foren halt.

Also haben wir es im Geschäft einfach ausprobiert. Wie oben bereits geschrieben, waren wir mit dem Ergebnis zufrieden und haben die Alpha 7 II dann gekauft. Trotzdem haben wir den Test zu Hause wiederholt. Und die Ergebnisse möchten wir hier gerne mal zeigen. 

Ihr seht hier eine Serie von 9 Aufnahmen, von 10mm bis 18mm Brennweite. Die Aufnahmen sind alle unbearbeitet, so wie sie aus der Kamera gekommen sind. Auf allen Bildern erkennt man man eine Abdunkelung in den Ecken der Bilder. Besonders stark ist diese bei den Bildern mit 10-12 und bei 18mm Brennweite. Bei den Bildern mit 13 bis 17mm Brennweite ist das nichts, was man nicht mit Lightroom in den Griff bekommen würde.

Aktiviert man nun in Lightroom die Objektivkorrektur, sieht das noch besser aus.

Mit dem Ergebnis können wir sehr gut leben. Selbst wenn wir bei den Aufnahmen mit 10-12mm Brennweite am Ende einen Ausschnitt in Lightroom wählen müssen um die Abdunkelungen weg zu bekommen, kommen wir doch in den Genuss der echten 10mm Brennweite bei voller Auflösung von 24 Megapixeln. Wir müssen einfach beim Fotografieren daran denken, dass wir da noch einen Ausschnitt wählen müssen.

Alternative – die Funktion APS-C-Größe erfassen der Alpha 7

We das alles zu lästig ist und sich über auftretende Schatten keine Gedanken machen möchte, der kann natürlich die Funktion APS-C-Größe erfassen an der Alpha 7 II nutzen. Die Kamera erkennt dann, ob ein APS-C Objektiv angeschlossen ist und ändert die Aufnahmefläche auf den Sensor auf einen kleineren Bereich. 

Nur, im Grunde hat man dann wieder eine Crop-Kamera. Die Auflösung geht dabei runter auf ca. 10 Megapixel. Normal liefert die Kamera Bilder im Format 6000×4000 Pixel, beim APS-C-Modus sind es „nur“ noch 3936×2624 Pixel. Gut, das ist ist eine Auflösung, die uns persönlich ausreichen würde. 92% unserer Bilder gehen ins Netz oder auf den Fernseher zum anschauen. Dafür bietet auch diese Auflösung noch mehr als genug Reserven für eine gute Bearbeitung.

Was uns dabei stört ist aber die Änderung der Brennweite. 

Auf dem linken Bild seht ihr eine Aufnahme, bei 10mm im APS-C-Modus. Durch den geänderten Ausschnitt auf dem Sensor entspricht das in Wirklichkeit einem 15mm Winkel. Auf dem rechten Bild erkennt Ihr zum Vergleich nochmal die echten 10mm im Vollbildmodus. 

Ok, ich gebe zu, wenn man aus dem rechten Bild nun einen Ausschnitt nehmen würde, ohne die Schatten, wäre man grob beim gleichen Ergebnis. Rechne ich aber die Vignettierung in Lightroom noch ein wenig raus und wechsle noch das Format auf 16:9 oder 16:10 habe ich viel mehr Möglichkeiten als mit dem linken Bild.

Alternative 2 – Ein Panorama statt einer Weitwinkelaufnahme erstellen.

Eine andere Alternative ist die Erstellung einer Panoramaaufnahme, was die Sonys ja sehr gut beherrschen. Natürlich ist auch das wieder ein Kompromiss. Die Aufnahmen gehen nur im RAW-Format. Ok, damit kann man leben, wenn auch zähneknirschend. Die Auflösung ist dafür höher als beim APS-C-Modus. 

Alternative 3 – Mehrere Aufnahmen zusammen setzen

Eine dritte Alternative ist es, mehrere nebeneinander liegende Aufnahmen, mit ausreichen Überlappung, zu erstellen und diese in der Bearbeitung später zusammen zu setzen. Danke an Birgit, die und in den Kommentaren auf die Idee gebracht hat. Wir hatten diese Variante garnicht mehr auf dem Plan. Früher, also damals vor dem Kauf unseres Weitwinkels, haben wir das recht häufig gemacht.

Bei den Aufnahmen muss darauf geachtet werden, dass der Fokus nicht verändert wird, die Belichtungseinstellungen bei allen Teilaufnahmen identisch sind und natürlich der Zoom gleich bleibt. Dann können aus diesen Teilaufnahmen in Photoshop ein Mega-Weilwinkel erstellt werden.

Vorteil bei dieser Variante ist es, dass man im RAW fotografieren kann und die volle Vollformatauflösung bei den Einzelaufnahmen nutzen kann.

Fazit – das SEL1018 funktioniert am Vollformat

Für uns steht fest, das SEL1018 (* Amazon) funktioniert leidlich an der Sony Alpha 7 II (* Amazon) mit ihrem Vollformat Sensor. Zumindest so lange, bis der Sparstrumpf vielleicht Reserven für den Kauf eines Vollformat-Weitwinkels bietet. Mit den Abschattungen im mittleren Brennweitenbereich können wir leben, die bekommt man mit der Fotobearbeitung in den Griff. Verzerrungen können ebenfalls, bis zu einem gewissen Grad, in der Bearbeitung entzerrt werden. An den Enden der Brennweiten bieten die Bilder immer noch genug Reserven für eine gute Bearbeitung und die Wahl eines schönen Schnitts.

Trotzdem werden wir auch den APS-C-Modus der Kamera benutzen, sowohl mit dem SEL1018 als auch mit anderen Objektiven. So ist unser altes Standard-Zoom-Objektiv (SEL18105) gar nicht für den Einsatz an der Alpha 7 II geeignet. Der Bildkreis ist unbrauchbar, fast über den kompletten Zoombereich. Aber trotzdem können wir es mit dem APS-C-Modus wunderbar nutzen, haben dann halt einen gecroppten Brennweitenbereich von 27 bis 157,5mm, auf einem hochwertigem Sensor mit 10 MP – es gibt Schlimmeres im Leben. Für unseren Verwendungszweck der Bilder, die Präsentation auf Fernsehern, Monitoren und im Internet, reicht die Auflösung mehr als aus.

Wie sind Eure Erfahrungen Vollformatkameras und „unpassenden“ Objektiven? Würdet Ihr lieber den APS-C-Modus an Eurer Kamera nutzen oder lieber hinterher in der Bearbeitung selber den passenden Ausschnitt wählen? Fragen über Fragen, wo uns Eure Meinung und Erfahrung interessiert. Über einen Kommentar dazu würden wir uns sehr freuen.

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