Zuletzt aktualisiert am 16. November 2018 um 15:30

Der Wildpark Lüneburger Heide war die erste Etappe meiner Zoo-Tournee in der letzten Woche. Neben den vielen Tieren, die man in dem Park teilweise hautnah erleben kann, sind die Flugschows mit den Greifvögeln alleine schon einen Besuch des Parks wert. Dabei läuft nicht immer alles nach Plan, es sind Tiere und keine Maschinen, aber die vorführenden Falkner lösen jede Situation mit viel Fachwissen und Humor. In diesem Bericht werde ich nicht nur die Bilder der Shows zeigen, sondern auch ein paar Tipps zum Fotografieren von fliegenden Vögeln geben.

Wildpark Lüneburger Heide – Allgemeine Informationen

Der Wildpark Lüneburger Heide liegt in der Näge der Stadt Hanstedt-Nindorf in Niedersachsen. 

Bereits seit 1970 gibt es den Wildpark, Anfangs noch als reines Familienunternehmen geführt, ist der Park heute eine Gesellschaft, die über 70 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Wildpark erstreckt sich über eine Fläche von 61 Hektar und beherbergt ungefähr 1000 Tiere aus über 120 Arten, wobei großer Wert darauf gelegt wird, die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu zeigen. Mit Hilfe von Workshops, Seminaren, Ausstellungen, Führungen und den Greifvogelshows soll dem Besucher die Tierwelt nicht nur gezeigt, sondern auch näher gebracht werden.

Die tollen Greifvogelschauen finden zweimal täglich auf der Greifvogelwiese statt. Bilder davon findet Ihr zahlreich weiter unten im Bericht. Zwischen den beiden Vorführungen lohnt es sich aber den restlichen Wildpark zu erkunden.

Die Greifvogelschau im Wildpark Lüneburger Heide

Fertig zur Show im Wildpark Lüneburger Heide

Fertig zur Show im Wildpark Lüneburger Heide

Es gibt im Wildpark täglich zwei Vorführungen mit Greifvögeln zu bestaunen. Die erste beginnt um 11:30 Uhr unter der Woche und um 12:00 Uhr an Wochenenden und Feiertagen. Die zweite Vorführung beginnt täglich um 15:00 Uhr. Zwischen den Shows hat man genügend Zeit um gemütlich den großen Rundgang durch den Park zu machen.

Die Show am Vormittag

Im freien Flug

Im freien Flug – ein Blaubussard

Am Vormittag war der erste Star der Vorführung ein Blaubussard. Er zog am Himmel seine Kreise, kam aber immer wieder zur den Trainern zurück geflogen, wo er dann mit einem Leckerchen belohnt wurde.

Belohnung nach einer tollen Show

Belohnung nach einer tollen Show

Mein persönlicher Favorit war natürlich der Weißkopfseeadler. Als bekennender Fan der USA war ich wirklich happy, das Wappentier Amerikas mal in live erleben zu können. Und dann noch so nah und nicht wie in den USA nur aus weiter Ferne.

Weißkopfseeadler im Flug

Weißkopfseeadler im Flug

Tipps zum Fotografieren von Vögeln in einer Show

Da wir auch ein Fotoblog sind, direkt mal ein paar Tipps zum fotografieren der Vögel im Flug. Wichtig ist dabei eine Fotokamera mit einen schnellen Autofokus, der die fliegenden Tiere schnell scharf stellen kann. Die Belichtungszeit sollte so kurz wie möglich sein. Alle Bilder hier sind mit Belichtungszeiten zwischen 1/500 und 1/2500 Sekunde gemacht. Dabei sind die Bilder mit 1/500 Sekunde schon oft nicht mehr zu 100% scharf. Um auf diese Belichtungszeiten zu kommen muss natürlich ausreichend Licht vorhanden sein, die Blende geöffnet und notfalls die ISO-Zahl hoch gedreht werden.

Weißkopfadler mit seiner Trainerin

Weißkopfadler mit seiner Trainerin

Ein weiterer Tipp, macht Serienbilder. Ich hatte meine Kamera auf den schnellen Serienbildmodus gestellt. Und dann die Flugbahn des Tieres verfolgen mit abdrücken. Damit hat man hinterher eine schöne Auswahl von Bildern mit verschiedenen Flügelstellungen.

Ich hatte das wahnsinnige Glück, dass die Show am Vormittag bei strahlendem Sonnenschein stattfand. Am Nachmittag war das Licht deutlich komplizierter, da auch die umstehenden Bäume Schatten geworfen haben.

Aktion fürs Publikum

Aktion fürs Publikum

Ab und zu muss man auch Nerven haben. Die Vögel fliegen teilweise nur knapp über die Köpfe der Zuschauer hinweg. Mich hat eine Eule mit ihrem Flügel am Kopf erwischt. Aber runter gezogen habe ich ihn nicht, wegen der Fotos – man muss Prioritäten setzen.

Noch ein Vorbeiflug des Adlers

Noch ein Vorbeiflug des Adlers

Der Adler war fotografisch ein dankbares Motiv. Er flog relativ langsam, tief und ist mächtig groß. Dadurch sind erstaunlich viele Bilder von diesem schönen Tier gelungen. Vor Ort hatte ich noch so meine Zweifel, ob überhaupt eines der Bilder was geworden ist.

Landung

Landung

Ein dankbarer Moment zum Fotografieren ist die Landung oder der Start. Die Vögel bremsen dann stark ab und nehmen wirklich sehenswerte Haltungen ein.

Ein Falke ist schnell, sehr schnell

Ein Falke im sitzen ist kein Problem zum Fotografieren

Ein Falke im sitzen ist kein Problem zum Fotografieren

Der nächste Vogel der Show war dann ein Falke. Dieses wunderschöne Tier hat mich aus fotografischer Sicht in den Wahnsinn getrieben. Er ist deutlich kleiner als ein Adler und um ein vielfaches wendiger und schneller.

Falke vor dem Sturzflug

Falke vor dem Sturzflug

In der Show wurde mit dem Falken die Jagd simuliert. Dabei schwenkte der Trainer Federn ein einem Gummiseil. Diese versucht der Falke im Angriff zu fangen, aus einem Sturzflug heraus. Diesen Moment fotografisch festzuhalten ist eine Herausforderung. Vor dem Sturzflug kann man den Vogel noch halbwegs fotografieren, wie auf dem oberen Bild.

Sturzflug auf die Federn

Sturzflug auf die Federn

Bei dem Bild ist der Trainer scharf, das Federspielzeug ebenfalls, obwohl es kreisförmig geschwenkt wurde. Der Falke ist aber trotz einer Belichtungszeit von 1/1000 Sekunde verschwommen. Das liegt einfach daran, dass das Tier in dem Moment mit rund 130 km/h in das Bild fliegt.

Nach der Jagd wird die Beute beschützt

Nach der Jagd wird die Beute beschützt

Nach erfolgreicher Jagd deckt der Falke dann aber sein Opfer ab um es vor den Blicken von Fresskonkurrenten zu schützen. Das ist dann ein dankbarer Moment für schöne Fotos.

Truthahngeier

Truthahngeier

Der anschliessend gezeigte Truthahngeier war dann deutlich einfach zu fotografieren. Da gibt es wieder ein wenig gemächlicher zu.

Der Bartkauz – wunderschön

Bartkauz

Bartkauz

Der letzte Star der Show am Vormittag war ein wunderschöner Bartkauz. Zum Glück fliegen diese Vögel auch eher gemütlich durch die Gegend, so dass davon wieder ein paar mehr Fotos gelungen sind.

Bartkauz im Anflug

Bartkauz im Anflug

Der Kauz flog immer von einem Trainer zum anderen. Die beiden haben immer ihre Position verändern, so dass man den Flug aus verschiedenen Perspektiven bestaunen konnte. Dabei ist es übrigens besonders schwierig ein Foto zu machen, wenn die Vogel direkt auf einen zufliegen. Der Autofokus kommt hier an seine Grenzen. Mit einer etwas geschlosseneren Blende bekommt man aber hier die nötige Tiefenschärfe um ein oder zwei gelungene Bilder zu bekommen.

Direkt beim Start sind die Tiere noch langsam

Direkt beim Start sind die Tiere noch langsam

Im Vorbeiflug ist es ebenfalls einfacher zu fotografieren

Im Vorbeiflug ist es ebenfalls einfacher zu fotografieren

Einfacher ist es, die Tiere, wie oben schon geschrieben, im Vorbeiflug oder bei Start/Landung zu fotografieren.

Show am Nachmittag

 

Die Show Arena im Wildpark Lüneburger Heide

Die Show Arena im Wildpark Lüneburger Heide

Am Vormittag habe ich seitlich auf den Plätzen in der Arena gesessen (links im Bild). Für den Nachmittag habe ich mich dann für einen Platz vor Kopf entschieden. Dieser Platz ist daher interessant, dass die Tiere da noch öfters auf einen zufliegen und auch von hier in die Arena gebracht werden. Also als Tipp, der Platz ist zum fotografieren sehr gut geeignet.

Mein persönlicher Star war natürlich der Weißkopfadler, ich wäre auch enttäuscht gewesen wenn er nicht wieder zu sehen gewesen wäre. Und mein persönliches Lieblingsbild ist auch am Nachmittag entstanden.

Start des Weißkopfadlers

Start des Weißkopfadlers

Ich mag die sensationell schöne Haltung des prächtigen Tieres auf diesem Bild. Jetzt weiß ich endlich, woher diese Pose kommt, die man auf vielen Postern und Plakaten mit dem Tier sehen kann. Er zeigt sie direkt beim Start, einfach herrlich.

Flugbild mit längerer Belichtungszeit

Flugbild mit längerer Belichtungszeit

Am Nachmittag war das Licht nicht mehr so schön wie bei der Show am Vormittag. Dadurch musste ich mit den Belichtungszeiten ein wenig  nach unten gehen. Das Bild ist mit 1/500 Sekunde belichtet. Dadurch kommt es aber zu dem Effekt, dass man die Dynamik des Flügelschlages erkennen kann.

„Du musst den Baumstamm los lassen zum fliegen…“

Neu am Nachmittag war ein junger Condor, 5 Monate alt, aber trotzdem schon die imposante Spannweite von fast 2,70 Metern.

Junger Condor

Junger Condor

Nur, das mit dem Fliegen, das wollte zuerst nicht so richtig. Einige Versuche unternahm er ja, was auch aus der kurzen Entfernung sehr eindrücklich aussah.

Fliegen? Das war irgendwas mit Flügelschlagen?

Fliegen? Das war irgendwas mit Flügelschlagen?

So saß der riesige Condor da und schlug mit den Flügeln. Der Trainer gab dann noch den heißen Tipp „Wenn Du fliegen willst, musst Du unten den Baumstamm loslassen.“ – gnihihi. Er hat es dann auch geschafft und flog in die Höhe, landete in einem Baum, flog von da weiter und weiter…

Nach der Show sah man dann den Trainer durch den Park laufen, den Condor suchen.

Ein Uhu zum Schluß

Am Ende der Show gab es dann einen Uhu zu sehen. Diese große Eulenart ist wirklich sehr beeindruckend.

Uhu

Uhu

Bei den Flügen des riesigen Uhus hieß es wieder, Köpfe einziehen. Mir hat er einen Scheitel mit der Flügelspitze gezogen, wie schon geschrieben. Aber, das war es wert. Nur das dazugehörige Bild ist leider nichts geworden.

Köpfe einziehen, der Uhu kommt.

Köpfe einziehen, der Uhu kommt.

Uhu im direkten Anflug

Uhu im direkten Anflug

Das  letzte Bild ist eines der wenigen Bilder, wo ein Vogel auf mich zugeflogen kommt, die halbwegs scharf geworden sind.

Die Flugshows sind einen Besuch wert

Die Flugshows alleine sind einen Besuch des Wildparks Lüneburger Heide wert. Es ist wirklich beeindrucken die Tiere so nah in Aktion zu sehen. Dazu bekommt man von den Trainern eine Menge wissenswerter Dinge über die Tiere erklärt.

Aus fotografischer Sicht waren die Shows eine Herausforderung. Wenn man aber ein paar Tipps beachtet, dann gelingen auch ein paar Bilder.

Fototipps für Flugshows

  • Belichtungszeit: sehr kurz, 1/500 Sekunde, besser aber 1/1000 Sekunde oder noch kürzer.
  • ISO rauf und Blende öffnen um auf die kurzen Belichtungszeiten zu kommen (siehe auch Belichtungsdreieck).
  • Kamera / Objektiv mit (sehr) schnellem Autofokus verwenden.
  • Mit einem ausgewählten Fokuspunkt arbeiten. Auf keinem Fall der Kamera die Wahl des Fokuspunktes überlassen.
  • Mittenbetonte Belichtungsmessung einstellen.
  • Nicht zu nah zoomen, lieber am fertigen Bild ein wenig Überschuss weg schneiden. Je näher man zoomt, desto schwieriger ist es, den Vogel komplett zu erwischen.
  • Start oder Landung als langsame Phasen des Fluges fotografieren.
  • Einfacher ist es von der Seite zu fotografieren, dramatischer aber schwerer ist es den Flug Auge in Auge zu fotografieren.
  • Eine sehr hohe Ausschussquote gehört dazu, nicht ärgern.

Nicht nur Flugshows im Wildpark Lüneburger Heide

Der Park hat natürlich noch viel mehr zu bieten als die Flugshows mit den Greifvögeln. Eine Menge toller Tiere kann man dort sehen, viele auch in offenen Gehegen wo man durch spazieren kann. 

Im zweiten Teil des Berichtes könnt ihr die vielen tollen Tiere in den Gehegen des Wildparks Lüneburger Heide sehen.

Ich hoffe, die Bilder haben Euch ein wenig gefallen und die Tipps helfen Euch ein wenig, wenn ihr selber mal so eine Flugshow mit Vögeln besucht.

Informationen zum Wildpark Lüneburger Heide

Natürlich möchten wie Euch wie immer noch ein paar praktische Informationen für einen Besuch. Alle Informationen sind auf dem Stand Oktober 2017:

Adresse: Wildpark 1 – 21271 Nindorf-Hanstedt

Parken: kostenlos

Öffnungszeiten: 

  • 1. März bis 31. Oktober 8:00 – 19:00 Uhr
  • 1. November bis 28. Februar 9:30 – 16:30 Uhr

Eintrittspreise:

  • 11 EUR für Erwachsene
  • 9 EUR für Kinder

Hunde erlaubt: ja

Restaurants: ja

Spielplätze: ja

Webseite: http://www.wild-park.de

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