Plonken? Wat ist dat denn? Nun, das ist ein Begriff aus den Frühzeiten des Internets, den wir Euch gerne mal erklären wollen. Und wir plonken am Ende aus Selbstschutz, um unsere Nerven und Hirnwindungen zu schonen.

Wir plonken jetzt fleißig

Plonken? Was ist das denn?

Nun, der Begriff stammt aus den Frühzeiten des Internet, noch zu Fido-Net-Zeiten, die Älteren von Euch werden sich erinnern. Auch damals gab es schon Trolle im Netz, in den verschiedenen Foren. Um diese nicht mehr ertragen zu müssen, konnte man die Trolle auch damals schon filter und damit kommen wir zum Plonk.

Plonk war damals der Ausdruck für das liebliche Geräusch, welches die Trolle verursachten, wenn sie im Filter aufschlugen. 

Daran müssen wir heute denken, wenn wir wieder mal einen Masken-Bringen-uns-alle-um-Account, einen AfDeppen, einen Corona-Leugner, Aluhutträger oder andere Trolle in den Social Medias blockieren. Vor unserem inneren Ohr hören wir dann das zarte Plonk, beim Aufschlag in der Blockierliste.

Hach, Nostalgie ist so schön.

Unsere Filterblase?

Und ja, irgendwie bauen wir uns eine Filterblase auf. Nein, ne, irgendwie doch nicht. Wir blocken niemanden, weil er andere Meinungen zu einem Thema hat, wenn diese fachlich halbwegs fundiert sind und der Austausch mit Respekt voreinander stattfindet.

Nur sind aktuell diese sehr viele Corona-Gegner (wogegen sind die eigentlich, die Maßnahmen werden doch alle wieder gelockert), weit davon entfernt, eine sachlichen auf Fakten beruhenden Austausch zu suchen. Im Gegenteil!

Ein herrliches Beispiel hatten wir dieser Tage. Eine Dame, die sich in einem Posting beschwerte, dass „selbst denkende“ Menschen sofort als Verschwörungstheoretiker abgestempelt werden. Im gleichen Posting fabulierte sie über das Impfen und Herrn Gates. Genau unser Humor.

Wir sagen mal so, wer Verschwörungstheorien ins Netz schwurbelt kann damit rechnen, als Verschwörungstheoretiker bezeichnet zu werden. Das haben wir der Dame auch gesagt, fand sie aber nicht einleuchtend.

Wir blocken bei dem Thema wirklich nicht viele Menschen. Aber speziell auf der Facebook-Seite unserer Stadt Mülheim haben wir inzwischen doch einige blockiert. Das Erschreckende dabei, irgendwann muss doch mal gut sein, möchte man denken. Aber irgendwie vermehren die sich, da krabbelt jeden Tag ein neuer unter irgendeinem Stein hervor.

Blocken aus Selbstschutz

Und die werden jetzt geblockt – mit einem herzhaften Plonk – um unsere Nerven zu schonen. Die letzten Wochen haben wir das oft noch kommentiert, um so manchen Unsinn nicht im Raum stehenzulassen. Das bringt aber nichts. Diese Mitmenschen sind weit davon entfernt für Fakten empfänglich zu sein. Selbst wissenschaftliche Quellen werden als „von denen da oben“ oder als „Teil des Plans“ abgestempelt. Das wäre ja noch ok, wenn im Gegenzug Quellen zu gegenteiligen und seriösen Aussagen kommen würden.

Fragt man aber genau danach, kommen drei mögliche Reaktionen:

  1. Mach Dich doch selbst schlau, Du Schlafschaf. Das Netz ist voll mit Informationen, Du musst nur aufwachen. (Ja, schön, dann schick doch einfach einen Link!)
  2. Es kommt ein Link zu irgendeinem Menschen auf Youtube, bestenfalls noch ein Ex-Amtsarzt im Ruhestand auf Kreta oder einem HNO-Arzt, welche beide schon mehrfach fachlich zerlegt worden sind. Schlimmstenfalls sind es Links zu irgendwelchen Köchen, Sängern,  Sören-Kevins oder anderen fachlichen Koryphäen der Virologie.
  3. Es kommt gar keine Reaktion. Dabei wird also irgendwelches Aluhut-Gerede ins Netz geworfen und dann „nach mir Sintflut“ gespielt. Hauptsache der Rotz steht da erst mal so rum. Und schlimmstenfalls gibt es dadurch die nächsten zwei neuen Aluhüte.

Da also jede Diskussion mit diesen Mitmenschen verschwendete Zeit ist, lassen wir es jetzt. Allerdings wollen wir diesen Mist auch nicht mehr lesen, denn am Ende ist es doch nur eine laute Minderheit. Wenn man sich die Umfrage-Ergebnisse aktuell durchliest, dann sind die Schwurbler sehr weit von „Wir sind das Volk“ entfernt. Aber das haben sie mit anderen lauten Minderheiten gemeinsam.

Für uns ist es also einfach eine Art Selbstschutz diese laute Minderheit auszublenden. Das Leben ist zu kurz und zu schön (trotz aller aktueller Probleme und den freiheitsraubenden Maßnahmen) um sich mit so einem Unsinn länger als einen Block-Klick zu beschäftigen.

Ein Blick in die Profile ist oft erschütternd

Wenn wir mal ganz tolle Laune haben, dann wollen wir diese natürlich erden – schlechte Laune zu haben passt besser zum Mainstream. Dazu liefern Trolle oft den wunderbaren Service, ihre geistigen Ergüsse öffentlich ins Netz zu stellen. Wenn man sich die Profile dann mal anschaut und ein wenig dadurch scrollt (bitte nicht mit vollem Magen machen), dann hinterlässt das Spuren. Also bei uns, Hirnfras, Augenherpes und andere Dinge.

Was dabei erschreckend ist, dass es sich bei den Trollen nicht immer um dumme Menschen handelt. Oft stehen ja Berufe, Bildungswege und andere Informationen in den Profilen. Gehen wir mal davon aus, dass die richtig sind und nicht genauso fantasievoll gestaltet wie die Aussagen dieser Mitbürger. Wie kommen solche Menschen auf so eine Schiene?

Nochmal, nicht falsch verstehen. Es geht dabei nicht um kritische Fragen zu (bereits wieder gelockerten) Maßnahmen in der Corona-Krise. Es geht nicht um Menschen, die auf die wirtschaftlichen Probleme von Unternehmen aufmerksam machen, die Sorgen mit der Kinderversorgung oder mit anderen Krankheiten haben, auch nicht um Menschen, die im Hinblick auf die Tracing-App berechtigte Fragen zum Thema Datenschutz haben.

Nein, es geht um scheinbar intelligente und gebildete Menschen, die einem Fernseh-Koch hinterherrennen, einem Schnulzen-Sänger wegen seiner kruden Äußerungen huldigen, die entgegen aller wissenschaftlichen Erkenntnissen behaupten, Corona gibt es entweder gar nicht oder schon seit Jahrtausenden (ernsthaft). Wie muss man von der Spur abkommen, um so weit entfernt von der Realität zu landen?

Einfache Trolle sind auch darunter

Natürlich ist die Mehrheit eher einfach, also normal, Menschen wie Du und Ich. Allerdings überwiegt bei vielen inzwischen ein Egoismus, der krankhaft ist.

Thema Maske tragen, als Beispiel (das entwickelt sich so langsam zum Dauerbrenner):

Diese Masken-Themen zeigen deutlich, wie egoistisch verseucht unsere Gesellschaft ist. Maske tragen, um andere vor meinen Aerosolen zu schützen? Nein, das darf nicht sein!

Was kümmern mich die Anderen? Sollen die Anderen doch zu Hause bleiben, wenn ich fröhlich und unwissend den Spreader mache. Ich lasse mich doch nicht in meinen Rechten einschränken, ich will mein altes Leben wieder leben. Ich fühle mich in meiner Freiheit eingeschränkt, mein Make-up verwischt, ich bekomme Muskelkater an den Ohren, ich werde an meiner Ausatemluft ersticken, meine Frisur leidet, mein Hamster erkennt mich nicht mehr, ich habe Angst vor Segelohren, ich sehe doof aus mit der Maske,

Ich, ich, ich, mein, mich, mir, ich. Was Anderes spielt keine Rolle mehr.

Es widert uns inzwischen an, wenn die sportliche, gesunde 20-Jährige (kann man alles im öffentlichen Troll-Profil nachlesen) wie eine Dramaqueen ins Netz posaunt „Ich bekomme keine Luft unter dieser Scheiß-Maske“ – untermalt von mindestens drölfzehn Ausrufezeichen. Im gleichen Profil sieht man dann, wie sie Motorrad fährt, mit Helm und Sturmhaube. Ja, nee, iss klar. Und nein, das ist kein Einzelfall und nur ein Beispiel von vielen.

Aber über den Unsinn mit den Aussagen gegen die Maske haben wir uns schon ausführlich ausgelassen.

Kritik an Wissenschaftlern

Achja, dann gibt es ja noch die vielen selbst ernannten Virologen im Netz, die ganzen Klaus-Dieters und Schakelines, die mal an einer medizinischen Buchhandlung vorbeigelaufen sind und nun namhafte Virologen kritisieren. So ein Studium und jahrelange Forschung in einem Fachgebiet werden vollkommen überschätzt.

Drosten, Kekulé, usw. – die bekommen alle ihr Fett weg, wenn diese nicht das sagen, was die selbstgemachten Förscherchen selbst entdeckt haben, in ihrer „Aufwachen“-Phase beim Studium von Youtube. Kekulé wird aber gerne von denen zitiert, wenn er mal was sagt, was in das krude Weltbild passt. Pocht er aber auf langsamere Lockerungen der Maßnahmen, dann wird der auch nicht mehr ernst genommen.

Man muss einen Christian Drosten nicht mögen, vergöttert werden muss er schon gar nicht. Man kann aber schon froh sein, eine solche fachliche Kapazität im Land zu haben. Dass dieser sich mehrfach pro Woche die Zeit nimmt, das Thema in einem Podcast zu erklären, ist weit weg von einer Selbstverständlichkeit. Und da liegt vermutlich der Hund begraben.

Wenn man sich die Profile der Kritiker, also den Klaus-Dieters und der Schakelines mal anschaut, kommt die Vermutung auf, dass sie entweder noch nie eine komplette Folge des Podcasts gehört oder diese schlichtweg nicht verstanden haben. Die Aufmerksamkeits-Spanne der Expertchen dürfe damit auch leicht überfordert sein. Diese ist vermutlich nach einen 10-Minuten-Fakten-Video bei YouTube schon am Rande der Leistungsfähigkeit.

Selbst wenn sie es bis zum Ende einer Folge schaffen würden – sagen wir mal so, verstanden haben die dann nicht viel. Sollten wir jemals Virologie studieren wollen, dann würden wir uns Drosten als Professor wünschen, er kann schon sehr genial erklären. Aber auch wir sind bei einigen Folgen und gewissen Detailerklärungen geistig ausgestiegen – das war uns zu hoch.

Aber die Erwachten maßen sich an, Kritik an diesen Wissenschaftlern zu äußern und deren Glaubwürdigkeit und Kompetenz infrage zu stellen. Eigentlich witzig, oder? Aber die finden Gehör und dann gibt es noch diese „Zeitung“ mit den 4 großen Buchstaben, die noch lustig auf den Zug aufspringt.

Trolle mit akademischem Titel

Dann gibt es da noch die HNO-Ärzte und ehemaligen Amtsärzte, die auch ihren Quark ins Netz stellen. Nun, sagen wir mal so, die hört man sich an, wartet auf die Reaktionen von wirklichen Fachleuten zu dem Thema und stellt dann schnell fest, es sind auch nur Trolle, immerhin mit akademischen Titel, die jetzt auch ihre Berühmtheit im Netz bekommen wollen.

Ganz anders sieht es aus, wenn Wissenschaftler aus den passenden Fachbereichen miteinander „streiten“. Das ist in der Branche eigentlich normal und findet unter jeder wissenschaftlichen Veröffentlichung statt und wird nicht immer mit Samthandschuhen geführt. Am Ende kommt dabei aber oft was sehr gutes raus, wissenschaftlicher Austausch und ein belastbares Ergebnis.

Traurig ist es nur, dass dieser Austausch aktuell in der Öffentlichkeit stattfindet. Drosten „gegen“ Kekulé, das auch noch angefeuert von der blöden Zeitung. Das schadet allen Beteiligten und vermittelt dem einfach gestrickten Troll das Gefühl, die Wissenschaftler wissen nicht, was sie tun.

Don’t feed the Trolls

Worauf wir hinaus wollen, so Trolle werden nun mit einem hübschen Plonk und einem Küsschen aufs Bäuchlein entsorgt. Dadurch wird die Welt keine bessere, aber die Kommentarbereiche teilweise wieder lesbar. Und es führt zu etwas, was wir sonst einfach nicht lassen können, denn zu oft juckt es in den Fingern:

Don’t feed the Troll

Liest man deren Ergüsse nicht mehr, dann kann man auch nicht darauf reagieren. Daher ist es nicht nur ein Schutz für uns, auch diese Trolle müssen unsere System-Lemminge-Schlafschaf-Erwiderungen nicht mehr lesen. Das ist doch nett von uns, oder?

Ja, dieser Text ist teilweise polemisch, politisch nicht korrekt, beleuchtet nicht alle möglichen Seiten und Standpunkte. Und wisst Ihr was – das soll so sein – es ist unsere Meinung, einfach mal unverblümt runter geschrieben.

Kommentare und Anmerkungen sind wie immer gerne gelesen. Aber liebe Aluhüte, seid gewarnt und spart Euch die Tipperei. Wir werden hier keine Bühne für Euch sein. Und nein, das ist keine Zensur, das ist Hausrecht.

Vielen Dank für Deinen Besuch!

Wir freuen uns riesig über Kommentare unter dem Beitrag oder über das hemmungslose Teilen auf den Social Medias.

Unsere Themenbereiche auf dem Blog:

Reisen • FotografieGenussradeln • Tierfotografie
FlugzeugfotografieBloggen und Leben

Verpasse keinen neuen Beitrag mehr – abonniere jetzt unseren Newsletter.

Fotoschule

Fotografie Schule für Reisefotos