Zuletzt aktualisiert am 12. Oktober 2018 um 12:40

Ihr kennt das Sprichwort „Sag niemals nie“ sicherlich. Für uns hat das ganz besonders bei Reisethemen Gültigkeit. Zu oft haben wir schon gesagt, dieses oder jedes würden wir niemals machen. Am Ende haben wir es doch irgendwann getan und meistens auch nicht bereut. Ein paar Beispiele gefällig, mit Skywalks, Fliegen allgemein, Langstreckenflüge, Campen?

Niemals auf einen Skywalk

Das letzte „Sag niemals Nie“-Erlebnis hatte wir erst letztes Jahr in Kanada. Für uns war eigentlich klar, wir werden niemals auch nur einen Fuß auf so eine Konstruktion setzen, wo man auf einem Glasboden über eine Schlucht spaziert. Wir haben beide solche Höhenangst, dass selbst das Auswechseln einer Deckenlampe schon ein Adventure ist.

Nun waren wir aber in dem wunderbaren Jasper und Banff Nationalparks unterwegs. Dort haben wir uns ein Kombiticket gekauft, wo neben der Gletschertour und einer Bootsfahrt eben auch der Glacier Skywalk in der Nähe des Columbia Icefields inklusive war. Nach der Tour über den Gletscher wurden wir mit dem Bus automatisch am Skywalk abgesetzt. Da standen wir nun und haben uns diese Stahlkonstruktion angesehen. Am Ende siegte dann ein Mutanfall, gepaart mit dem Motivationsgedanken „Ist schließlich bezahlt“ und wir sind tatsächlich über diesen Skywalk gelaufen.

Melanie auf dem Skywalk - bloß nicht nach unten schauen

Melanie auf dem Skywalk – bloß nicht nach unten schauen

Wir haben sogar zum Fotos machen darauf angehalten. Es war schon ein mulmiges Gefühl dabei, zumal das ganze Teil auch noch am Schwanken war. Trotzdem, wir würden es wohl wieder machen, denn so schlimm war es nicht. Und man muss ja nicht zwangsläufig nach unten schauen.

Campen ist nichts für uns

Campen, auf einem Campingplatz – das war für uns lange Zeit der Inbegriff der Spiessigkeit. So eine Art rollende Kleingartenanlage mit Gartenzwerg vor der Tür. Denn so hatten wir „Campen“ in unserem Umfeld bisher wahrgenommen. Irgendwie stand das Campmobil immer am gleichen Platz und wenn es mal bewegt wurde, dann zu dem tollen Campground in Italien, wo man seit 30 Jahren gute Erfahrungen gemacht hat. *Oh Gott*

Das wäre auch heute noch nichts für uns – vielleicht mal später im Leben, denn wir sagen ja niemals mehr nie.

Dann begannen aber unsere USA-Reisen. Irgendwann vielen uns dabei die vielen Wohnmobile auf, die dort auf den Straßen unterwegs sind. Das machte uns neugierig und wir fingen an uns über das Thema mal schlau zu lesen. Dabei lernten wir recht schnell, dass das Reisen mit dem Wohnmobil in den USA nichts mit unserer Gartenzwerg-Vorstellung zu tun hatte. Es schien wirklich eine ideale Möglichkeit zu sein, maximal flexibel und komfortabel durch das Land zu reisen.

Valley of Fire

Also mieteten wir 2013 das erste Mal ein Wohnmobil in den USA. Immer noch skeptisch, immer noch mit einer Koffer voller Fragezeichen. Aber bereits am 2. Tag unserer Reise war klar – das ist genial, das macht Spaß. Heute ist es für uns die schönste Art die USA oder Kanada zu bereisen. Und einen Gartenzwerg haben wir immer noch nicht gekauft.

Niemals mehr fliegen

Wir sehen unsere Leser nun förmlich mit erstaunten Gesichtern vor den Bildschirmen sitzen. Niemals mehr fliegen? Auf dem Blog von Melanie und Thomas? Das war wirklich mal Thema bei denen?

Ja, das war es! 

MD11 der KLM beim Start in Amsterdam

Das Drama nahm seinen Lauf mit einem Flug nach Bulgarien in jungen Jahren. Beim Einsteigen in die alte Tupolev 154 witzelten wir noch mit unseren Freunden über die fehlenden Nieten in den Tragflächen. Im Flieger erwartete uns Ostblock-Charme pur mit einer Innenverkleidung, wo man rein schauen konnte und irgendwelche Steuerseile begutachten konnte. Nun, mit einem Fläschchen Krimsekt (damals für 50 Pfennig) konnten wir uns das ganze aber noch schön trinken. Das Melanie spätestens auf dem Rückflug immer ruhiger wurde, ist damals gar nicht so aufgefallen.

Ein halbes Jahr später folgte dann der zweite Akt des Dramas. Ein Rückflug von Teneriffa führte uns weit um ein riesiges Orkantief herum. Statt der geplanten 4 Stunden waren wir fast 6 Stunden in der Luft und es war wirklich extrem turbulent. Am Ende des Fluges hatte Melanie den Arm von Thomas komplett zerkratzt, aus purer Angst.

Als wir dann endlich in Düsseldorf gelandet sind und aus dem Flieger raus konnten, kamen von Melanie die magischen Worte „Ich fliege nie wieder“! Bämm!

Somit sind wir in den folgenden Urlauben nur noch mit dem Auto gefahren. Ein wunderschöner Road Trip durch Spanien, mehrere Skiurlaube in den Alpen. Trotzdem war da immer die Sehnsucht nach mehr, ganze besonders auch bei Melanie. Einmal nach Amerika – ihr großer Traum. Irgendwie schien er in dieser Situation aber unerreichbar. Thomas war in der Zeit weiter recht viel mit dem Flieger unterwegs, teilweise beruflich, teilweise privat um als Flugzeugspotter viele verschiedene Airports in Europa zu sehen.

Melanie begann dann aber plötzlich übers Fliegen nachzudenken. Sie las Bücher, kaufte einen Film von der Lufthansa über Flugangst, saß beim Flugsimulator-Spielen neben Thomas und versuchte zu verstehen, wie das mit dem Fliegen funktioniert. Eine riesige Hilfe waren dann Filme aus der Serie Pilots Eye. Dabei werden einzelne Flüge aus der Cockpit-Perspektive gefilmt, inkl. Gespräche im Cockpit, Erklärungen der Piloten und viel technischem Hintergrundwissen. Bei einem der Dokus wurde auch eine Situation gezeigt, wie bei einem Langstreckenflieger ein Triebwerk ausfällt. Melanie hat total gebannt vor dem Fernseher gesessen und beobachtet, wie cool und routiniert das dann in dem Cockpit ablief. Da war keine Panik, kein Stress, da machen Profis einfach ihren Job und haben den Flieger sicher und souverän gelandet.

Danach wollte Melanie es mit dem Fliegen wieder probieren. Die ersten beiden Flüge erfolgten dann unter Beruhigungsmitteln. Das machte es ein wenig einfacher – trotzdem waren die sehr anstrengend. Jedes kleine Geräusch wurde hinterfragt, jede Bewegung des Flugzeuges kritisch beäugt. Trotzdem zog sie das durch, ab dem dritten Flug waren die Slow-Down-Pillen nur noch dabei und nicht mehr im Körper. Und es funktionierte prächtig. Danach galt eine Zeit lang, das beste Mittel gegen Flugangst ist viel fliegen. Also flogen wir oft kurze Strecken, manchmal nur für ein Wochenende oder sogar für einen Tagesausflug um die Angst zu nehmen und Routine rein zu bekommen.

Und 2009 haben wir dann den ersten Langstreckenflug nach Miami angetreten. Und es hat völlig problemlos und ohne Angstattacken funktioniert. Melanie stieg in Miami total happy aus dem Flieger und Thomas platzte bald vor Stolz, weil sie es durchgezogen hat.

Heute ist das Fliegen für uns beide weniger aufregend wie Bus fahren. Selbst Flüge mit Turbolenzen über Stunden schocken uns und ganz besonders Melanie nicht mehr.

Niemals nie sagen beim Reisen

Das waren drei Beispiele dafür, dass wir beim Reisen niemals mehr nie sagen. Wir könnten das jetzt fortsetzen mit den Themen „niemals nach Asien“ – wo wir nächste Woche schon zum zweiten Mal hinreisen. Oder niemals mehr einen Strandurlaub machen, Stand heute in unseren Köpfen. Aber wer weiß schon, wie wir uns in den nächsten Jahren verändern, wie sich die Situation in der Welt entwickelt.

Mit diesem Beitrag nehmen wir übrigens an der Blogparade „Sag niemals nie“ teil, die von Ariane auf ihrem wunderbaren Blog Heldenwetter gestartet wurde.

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Wer schreibt hier?

Wir sind es, Melanie und Thomas. Zwei Reisesüchtige in den besten Jahren, wie man das neuerdings so sagt, also das mit den Jahren. Wenn wir mal nicht reisen, verdienen wir unser Geld zum Reisen und fotografieren uns an den Wochenenden durch die nähere Umgebung. Dabei lieben wir Zoos oder andere Sehenswürdigkeiten rund um unseren schönen, geliebten Ruhrpott.

Melanie und Thomas auf Reisen