Zuletzt aktualisiert am 26. November 2018 um 18:22

Wir haben umgestellt auf Piwik – warum? In den letzten Wochen ist es zu verschiedenen Urteilen gekommen, welche Auswirkungen auf den Betrieb von Blogs haben. Erst war es das Facebook-Urteil, wo man abmahnfähig ist, wenn man die von Facebook angebotenen Like-Funktionen einsetzt – immer voraus gesetzt, das Urteil wird rechtskräftig. Davon ist aber im Moment wohl auszugehen. Jetzt aktuell ist es zu einem Urteil gekommen, wo es schnell teuer werden kann, wenn man Google Analytics nicht richtig einsetzt. Das hat uns in den letzten Tagen dazu bewegt mal kritisch über den eigenen Blog zu schauen und ein paar Änderungen vorzunehmen.

Über den Sinn oder Unsinn solcher Urteile hier in Deutschland kann man wohl stundenlang streiten. Klar, auf der einen Seite müssen die Daten der Nutzer sicher behandelt werden – keine Frage. Andererseits schafft man mit solchen Urteilen einen Nachteil im internationalen Vergleich, weil man eben die „Standards“ nicht mehr nutzen kann, die auf der ganzen Welt selbstverständlich sind. Gut, ob diese Standards auch immer die beste Lösung bieten, sei auch mal dahin gestellt.

Fakt ist aber, wir Webseitenbetreiber müssen uns an solchen Urteilen orientieren, unsere eigene Meinung dazu ist wirklich zweitrangig.

Check der Seite

Über das Browserplugin Ghostery haben wir geschaut, wohin unsere Seite so telefoniert, wenn man sie besucht. Da standen nur Google-Analytics, vgWort und Gravatar als Tracker. So weit, so gut. 

Einen weiteren Test haben wir dann bei Pingdom gemacht, einem Online-Tool mit dem die Geschwindigkeit einer Webseite gemessen werden kann. Auf der Seite „Page Analysis“ sieht man dort aber auch wunderbar, mit welchen anderen Seiten im Netz kommuniziert wird, wenn die eigene Seite aufgerufen wird. 

Pingom Übersicht

Pingom Übersicht

Danach war klar, das wir gar nicht so schlecht sind. Google Analytics ist im Screenshot oben bereits durch Piwik ersetzt. Ursprünglich stand da aber noch eine weitere, externe Domain.

Was ist s.w.org?

Es stand in der Analyse ein Aufruf der Domain s.w.org – da mussten wir erstmal ein wenig suchen. Bei der Domain handelt es sich um eine WordPress-Domain. Wenn man diese in den Browser eingibt, öffnet sich eine Seite von WordPress. Warum ruft unser Blog da an? Wir haben keine WordPress-Dienste wie die WP-Statistik oder Jetpack installiert. 

Aufruf von s.w.org - Was ist das?

Aufruf von s.w.org – Was ist das?

Nach ein wenig Recherche stellte sich heraus, es handelt sich dabei um den Dienst handelt, der die Emojis ermöglicht. Diese sind seit WP Version 4.2 in WordPress integriert. Nur, warum telefoniert der nach Hause? Ist das vielleicht eine Art Tracker via Fingerprint? Klar war, das wollen wir nicht, das muss weg, In dem verlinkten Artikel wird erklärt, wie man den zuständigen Code selber aus der Datei wp-includes/formatting.php entfernen kann. Nur, nach jedem WP-Update wäre er wohl wieder da. Also haben wir uns zu dem Einsatz des Plugins Disable Emojis entschieden. Nach der Installation und der Aktivierung des Plugins war auch der Tracker verschwunden.

Piwik statt Google Analytics

Das Problem Google Analytics, was eigentlich bei uns keines war, stand aber immer noch auf dem Aufgabenzettel. Wir hatten Google Analytics wohl rechtssicher eingebunden.

  • Wir hatten in der Datenschutzerklärung auf die Verarbeitung der Daten per Google Analytics hingewiesen
  • Ebenso konnte man dort gegen die Verarbeitung Widerspruch einlegen oder diese per Cookie verhindern
  • Den Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung haben wir für alle Domains mit Google abgeschlossen
  • Wir hatten die IPs bei der Aufzeichnung anonymisiert

Also, eigentlich alles richtig gemacht und trotzdem blieb ein Geschmäckle. Was ist, wenn doch was nicht richtig umgesetzt ist? Die Daten werden weiter in die USA übertragen, wollen wir das eigentlich?

Daher schwirrte schon länger die Idee bei uns, es noch mal mit Piwik zu versuchen. Ein erster Versuch, vor rund zwei Jahren, war wenig erfolgreich. Nach nur wenigen Stunden ging damals die Perfomance unseres Servers in die Knie und wir haben es wieder deinstalliert. Aber, 2 Jahre sind eine lange Zeit, Software und Server sind besser geworden und vielleicht haben wir damals auch was falsch gemacht.

Zusätzlich wurden wir durch Beiträge in einer Facebook-Gruppe motiviert, wo einige Blogger davon berichteten Piwik schon über einen längeren Zeitraum erfolgreich einzusetzen.

Also, haben wir jetzt Piwik im Einsatz. Die Installation war einfach und auch die Grundeinstellungen gehen einfach von der Hand. In Piwik ist vieles selbsterklärend oder einfach in der Dokumentation nachzulesen. Die Einbindung des Tracking-Codes auf den Blogs ist auch nicht anders, als bei Google Analytics. Einfach den Code an die richtige Stelle eintragen und fertig. Bei unseren Blogs gibt es dafür extra eine Eingabemöglichkeit in den Theme-Einstellungen.

Somit läuft nun Piwik auf unseren Seiten. Natürlich muss auch hier der Datenschutz beachtet werden. Die IPs müssen anonymisiert werden und ein Hinweis mit Opt-Out gehört natürlich auch in die Datenschutzerklärung. Trotzdem ist Piwik in Sachen Datenschutz sicherer, weil die Daten nicht ins Ausland gehen, sie verlassen noch nicht einmal den eigenen Server.

Jetzt bleibt nur abzuwarten, wie unser Server mit den Datenmengen umgehen wird. Über Tipps, wie man diese Datenmengen sinnvoll in Piwik reduzieren kann wären wir sehr dankbar. 

Social Media Buttons

Bei den Social Media Buttons sind wir wohl sauber. Wir nutzen schon länger die Shariff-Buttons, die ja nur einen Link zu den Teilen-Seiten bei Facebook und Co. hinterlegt haben. Es werden dort keinerlei Daten übertragen, schon gar nicht unbemerkt.

Mit diesen Maßnahmen hoffen wir auch in Zukunft unsere Seiten nach den Ansprüchen des deutschen Datenschutzes zu betreiben. Was macht Ihr auf euren Blogs? Achtet Ihr da ebenfalls auf diese Dinge oder seht ihr das ein wenig lockerer? Was haltet ihr eigentlich von diesen Vorschriften und Urteilen?

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