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Ein Workshop zum Thema Tierfotografie in einem meiner Lieblingszoos – der Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen -, ausgerichtet von einem Fotografen den ich sehr schätzen gelernt habe ich den letzten Jahren – Pavel Kaplun. Da musste ich einfach dabei sein und habe es in diesem Jahr auch mit der schnellen Anmeldung hin bekommen. Letztes Jahr habe ich zu lange gezögert, da war der Workshop dann ausgebucht.

Theoretischer Teil am Morgen

Am Samstag Morgen trafen sich 25 Fotografen um zuerst eine theoretischen Einführung in das Thema Tierfotografie von Pavel zu bekommen. Dabei haben wir viele gute Tipps bekommen, die für bessere Zoobilder sorgen. Dabei ging es einmal um die technischen Dinge.

Belichtungszeiten, Brennweiten waren ein Thema und welchen Kameramodus man in welcher Situation man nutzen sollte. Eine ganz wichtige Aussage war auch, keine Angst vor hohen ISO-Zahlen zu  haben. Ein klein wenig Rauschen bringt niemanden um und die modernen Kameras können sehr gut mit höheren ISO-Werten umgehen. Dazu gab es noch viele gute Tipps, was das Fotografieren durch Glasscheiben angeht oder durch Netze/Zäune.

Bis zu dieser Stelle war ich selber sehr zufrieden. Viele Dinge und Einstellungen waren mir bekannt, einige setze ich selber bereits seit Jahren bei meinem Bildern ein.

Interessant war zu beobachten, wie viele Teilnehmer hier schon die Einstellungen Ihrer Kameras änderten oder kontrollierten – ich eingeschlossen. Ich hatte übrigens sehr viel Spaß daran, dass die beiden Profis Pavel und Miho mit der Sony Alpha 6000 durch das Seminar führten. Für mich ein sicheres Zeichen – an der Kamera liegt es nicht.

Olga - die gute Seele des Kaplun-Teams

Olga – die gute Seele des Kaplun-Teams

Dann kam am das Thema spannende Fotografie auf, worauf sollte man achten um ein Zoobild zu etwas Besonderem zu machen. Will man am Ende normale Zoobilder haben, Tier im Gehege, stehend, liegend, Zaun im Hintergrund? Oder möchte man außergewöhnliche Bilder haben, die einen gewissen Wow-Effekt haben? Die Masse der Teilnehmer war sich einig, dass das unser Grund für den Besuch des Seminars sei.

Praktischer Teil in Asien und Afrika

Pavel bei der Gruppeneinteilung

Pavel bei der Gruppeneinteilung

Für den praktischen Teil, welcher den Großteil des Tages belegte teilten sich die Teilnehmer in zwei Gruppen auf. Die erste Gruppe ging mit Pavel in den Bereich Asien, die zweite Gruppe mit Miho nach Afrika. Ich entschied mich, den Vormittag erst mal in Asien zu verbringen.

Nach der Mittagspause wurden die Bereiche dann gewechselt. So haben alle Teilnehmer ihren Rundgang mit Pavel und Miho in beiden Bereichen in Ruhe geniessen können. Auf der Tour wurden von Pavel und Miho sehr viele Tipps gegeben, es wurden Fotos angeschaut, über Szenen diskutiert und nebenbei sehr viel gelacht.

Das ist mir übrigens sehr positiv aufgefallen. Es herrschte bei den Teilnehmern und beim Kaplun-Team eine sehr lockere Stimmung. Es hat richtig Spaß gemacht  mit so vielen Gleichgesinnten durch den Zoo zu gehen und sich über das gemeinsame Hobby auszutauschen.

Theorie Bildbearbeitung am Nachmittag

Zum Ende des Tages trafen wir uns wieder im Seminarraum. Dort gab es dann die geballte Ladung zum Thema Bildbearbeitung. Pavel und Miho waren eindeutig in ihrem Element. Toll war es, dass die Beispiele mit Bildern des Tages gezeigt wurden. Es ist schon erstaunlich zu sehen, wie schnell ein Pavel Kaplun mal eben einen Hintergrund in einem Bild austauscht – und so ganz nebenbei noch erklärt wie er das macht und das Ergebnis nach 6-7 Minuten fertig ist. Und das in einer Qualität, die einen vor Neid erblassen lässt.

Ein „Komposing“ wurde aber nur an einem Bild durchgeführt. Alle anderen Bilder wurden einfach nur bearbeitet. Teilweise sind es wirklich nur wenige Schritte vom normalen Bild bis zum Wow-Effekt. Die Vorführung der Bearbeitung erfolgte in Photoshop, wobei man aber einen Großteil der gezeigten Dinge auch in Lightroom erledigen kann. Weiter kam das NIK-Tool zum Einsatz, mit dem man wunderbare Effekte erzielen kann. Wenn man diese pfiffig kombiniert, mit verschiedenen Deckkräften der Effekte arbeitet bekommt man sehr individuelle Ergebnisse.

Neben den technischen Dingen waren aber andere Aussagen noch viel wichtiger.

95% Ausschuss bei Zoobildern ist auch bei Profis normal.

Als Pavel erzählte, dass er von 100 Bildern im Zoo vielleicht 3-6 als vernünftig auswählt und sich weiter damit beschäftigt – hat mich das sehr beruhigt. Die Quote kommt mir selber sehr bekannt vor.

Auch ein technisch nicht perfektes Bild kann toll sein

Es kann durchaus sein, dass ein Bild toll ist, was vielleicht nicht zu 100% scharf ist. Vielleicht ist es schief oder hat einen doofen Hintergrund. Dafür bietet es vielleicht eine tolle Szene, einen wunderbaren Moment. Warum das Bild dann nicht nutzen? Einfach in der Bearbeitung die Schwächen beseitigen oder das Motiv in der Darstellung über die technische Qualität stellen.

Richtig ist, was Dir als Fotograf gefällt

Das mir als Fotograf am Ende das Ergebnis meiner Arbeit gefallen muss, das predige ich schon seit Jahren so und versuche das auch hier auf der Seite in unseren Anleitungen rüber zu bringen. Was nutzt es mir, wenn ich ein Bild so bearbeite, dass es allen möglichen Leuten gefällt – ich selber mich damit aber nicht identifizieren kann. Macht euer Ding! Schön, dass genau so von einem Profi zu hören. Hätte Pavel nicht vor vielen Jahren begonnen sein Ding so durchzuziehen, wie es ihm gefällt, dann wäre er heute wohl nicht da wo er ist.

Versuche nicht einen Stil zu kopieren – entwickle Deinen eigenen

Es bringt aber nichts, ein zweiter Kaplun werden zu wollen – es wird nicht funktionieren. Das fängt ja schon bei der Bilderstellung an. Man wird niemals das gleiche Licht oder die gleiche Situation vorfinden – bei Tieren schon mal gar nicht. Von der Bearbeitung mal ganz zu schweigen. Es spricht gar nichts dagegen, sich von anderen Fotografen inspirieren zu lassen aber man soll dann nicht denken, dass mache ich jetzt genau so.

Quadratisch geht immer

Gerade bei Tierbildern ist das Quadrat oft ein tolles Format um Bilder zu präsentieren. Besonders im Netz, bei Facebook oder auf der eigenen Homepage kommt das Format sehr gut an.

Zeit nehmen, gerade bei der Tierfotografie

Zeit nehmen bei der Tierfotografie – das ist sowieso richtig. Man kann eine Stunde an einem Löwengehege stehen und die Tiere bewegen sich keinen Millimeter. Wenn man aber abwartet bis der Löwe vielleicht einfach mal gähnt – das ist dann die Grundlage für ein Wow-Foto.

Details einfangen / keinen Platz auf dem Foto verschenken

Das Foto füllen, am besten schon beim fotografieren. Wer will Bilder sehen, wo irgendwo ganz klein auch ein Tier zu sehen ist. Und wenn die Brennweite nicht reicht, dann später bei der Bearbeitung einen Ausschnitt wählen. Die Auflösung von modernen Kameras gibt das locker her.

Bilder aus dem Workshop

Nun aber endlich zu den Bildern. Beim ersten theoretischen Teil und auch später auf dem Rundgang gab es immer wieder Tipps oder von Miho auch kleine Aufgaben für die Bilder. Diese haben wir als Teilnehmer versucht in unseren Fotos umzusetzen.

Körperhaltung

Geschwungener Hals

Geschwungener Hals

Einfach mal auf die Körperhaltung der Tiere achten. Verrenkten die die Hälse, gucken die komisch, chillen die gerade relaxt? Diesen Moment einfangen, das ist die Kunst für besondere Bilder, die eben nicht normal sind.

Kleiner roter Panda beim chillen

Kleiner roter Panda beim chillen

Eine Giraffe mal von hinten

Eine Giraffe mal von hinten – warum eigentlich nicht?

Gesichtsausdrücke

Meckerndes Kamel

Meckerndes Kamel

Gerade bei Serienaufnahmen mal auf das Gesicht der Tiere achten. Es ist wirklich bei jedem Bild anders, der Ausdruck verändert sich ständig. Bei dem Kamel oben habe ich zwei Serien gemacht, mit jeweils 10 Bildern. Die erste Serie war für die Tonne, da lag der Fokus auf der Nasenspitze. Bei der zweiten Serie war genau ein Bild dabei, wo das Maul so schön offen ist. Also, Serien machen – viele – es lohnt sich.

Wow - ein Holzstück!

Wow – ein Holzstück! Oder doch ein Gitarrenspieler?

Spiegelungen

Spiegelung im Wasser

Spiegelung im Wasser

Alle Bilder hier habe ich nach meinen Ideen und meinem Geschmack entwickelt. Dieses eine Bild mit den Flamingos ist ein „nachgemachtes“, mit Spiegelung im Wasser. Miho hatte in der Facebook-Gruppe der Fotoworkshops seine Entwicklung mit einem Flamingo im Wasser gemacht. Hm, naja, meines hat mehr Wellen, zwei Flamingos und irgendwie sieht es anders aus. Also ist es doch eher inspiriert und nicht nachgemacht.

Durch Gitter fotografieren

Kleiner Papagei im Gitterkäfig

Kleiner Papagei im Gitterkäfig

Durch Gitter fotografieren ist in Zoos leider ab und an nötig. Was ich auch nicht wußte, dunkle Gitter sind kein Problem. Nah ran gehen, Blende auf und los geht es mit möglichst hoher Brennweite. Weiße Gitter oder Gitter aus Metall gehen gar nicht. Hier wird man keinen Erfolg haben. Gut, es gäbe da einen Tipp, der hat was mit einem Eimer schwarzer Farbe und einem Pinsel zu tun – aber vergesst ihn einfach wieder. ;-)

Kontraste

Schwarzer Kopf vor weißem Körper

Schwarzer Kopf vor weißem Körper

Bei der Motivauswahl auf Kontraste achten. Die Schafe oben standen vor einer dunklen Holzwand – irgendwie doof. Aber es kam der Moment wo die Dame oben sich umdrehte und sich vor die weißen Körper der Mitbewohnerinnen stellte. Das war dann der richtige Moment zum Abdrücken.

Details / Muster einfangen

Stacheln des Stachelschweins

Stacheln des Stachelschweins

Gerade in modernen Zoos sieht man manche Tiere nicht so, wie man sie gerne sehen würde. Die liegen dann irgendwo, halb versteckt und wollen ihre Ruhe haben. So bei diesem Stachelschwein. Alles Miezmiez-Rufen brachten nichts, der Kollege hatte keine Lust. Warum dann nicht einfach mal ein paar Details fotografieren, in diesem Falle die Stacheln?

Giraffenmuster

Giraffenmuster

Oder einfach mal das Muster eines Fells fotografieren – nicht immer nur den Kopf oder das ganze Tier.

Emotionen / Interaktion der Tiere einfangen

Gemeinsame Wache

Gemeinsame Wache

Dieser Punkt gefällt mir besonders gut. Das Beobachten der Tiere und dabei Aktionen zwischen den Tieren einfangen. In der Theorie zeigte Pavel besondere Bilder, die viel Liebe zwischen den Tieren zeigte – Kuschelbilder hat. Nun, sagen wir, die Emotionen in meinen Bildern waren irgendwie – anders. Es lag aber nicht an mir, wirklich nicht.

Hier ist Stress angesagt.

Hier ist Stress angesagt.

Auch hier ist irgendwie von Liebe nichts zu sehen.

Auch hier ist irgendwie von Liebe nichts zu sehen.

Irgendwie war überall Stress angesagt, zwischen den Bewohnern. Nein, nicht überall. An einer Stelle wurde auch zusammen geforscht.

Was hast Du da? Faszinierend!

Was hast Du da? Faszinierend!

Und am Ende des Tages, nach dem Verlassen des Seminarraumes und auf dem Weg zum Eingang, da bekam ich doch noch mein Kuschelbild vor die Linse.

Liebe? Oder einfach nur müde?

Liebe? Oder einfach nur müde?

Entwicklung der Bilder in diesem Beitrag

Alle Bilder, die ihr hier seht, sind in Lightroom entwickelt. Dabei wurde der Schnitt festgelegt, erste Farbkorrekturen oder Änderungen an der Belichtung vorgenommen. Weiter habe ich mit Radialfiltern gearbeitet und die wichtigen Bildbereiche ein wenig heller zu gestalten. Dann sind alle Bilder einmal durch die NIK-Collection gewandert und zwar durch das Modul Color Efex Pro. Hier habe ich bei allen Bildern mit verschiedenen Effekten gespielt. Fast immer kam aber der Bleach Bypass Filter zum Einsatz und die Linsenvignetierung. Danach ging es wieder zurück nach Lightroom, wo nochmals die Farben leicht angepasst, ein letztes mal nachgeschärft und am Ende der Export ins jpg-Format mit setzen des Wasserzeichens.

Alle Exif-Daten zu den Bildern findet Ihr übrigens, wenn ihr ein Bild anklickt. Unten in der Lightbox stehen die Aufnahmedaten.

Fazit Workshop

Für mich hat sich jeder Cent für den Workshop Tierfotografie bezahlt gemacht. Ich habe an diesem Tag extrem viel gelernt. Nicht nur von Pavel und Miho, auch die Gespräche mit den anderen Teilnehmern haben hier und da zu einem Aha-Erlebnis geführt. Dabei ging es oft gar nicht so sehr um die technischen Dinge, die sind wichtig und man sollte sie beherrschen aber sie  machen kein gutes Bild aus. Viel wichtiger ist es, ein Auge für die Situation zu bekommen – die richtigen Momente zu erwischen.

Was die Bearbeitung angeht befinde ich mich nun auf dem Weg, einen eigenen Stil zu festigen. Seht die obigen Bilder als einen ersten Schritt auf einen Weg, wo ich noch nicht weiß, wo er lang gehen wird. Im Moment gefallen mir die Bilder so wie sie sind. Das kann aber in einer Woche oder in einem halben Jahr ganz anders aussehen.

Mir bleibt nun noch, einmal ein riesiges Dankeschön an Pavel, Miho und Olga vom Team Kaplun zu sagen. Diesen Link setze ich nun nicht, weil ich Geld dafür bekomme oder sonst eine Gegenleistung sondern wirklich als Empfehlung für tolle Tipps, Tricks und Seminare. Von den dort zu sehenden Bildern will ich erst gar nicht anfangen zu schwärmen.

Lesetipp: Erfahrungsbericht von Isabelle über den Tierfotoworkshop mit Pavel in Köln.

Das waren meine Eindrücke und Bilder vom Workshop Tierfotografie mit Pavel Kaplun in der Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen. Für mich steht fest, das war bestimmt nicht der letzte Workshop den ich von Pavel besucht habe. Habt Ihr auch schon Workshops bei Pavel besucht oder bei anderen Fotografen? Wir waren dabei eure Erfahrungen?

Informationen zur Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen

Anreise mit dem Auto

Die Zoom Erlebniswelt liegt im Ruhrgebiet in Gelsenkirchen. Sie ist mit dem Auto über die Autobahnen A2, A40 und A42 zu erreichen.

  • Zoom Erlebniswelt  – Bleckstraße 64 – 45889 Gelsenkirchen

Parkplätze stehen am Haupteingang zur Verfügung. Die Parkgebühren können an Parkautomaten bezahlt werden, die sich im Eingangsbereich des Zoos befinden.

Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr

  • Straßenbahn: Linie 301 aus Richtung Gelsenkirchen Hauptbahnhof oder Buer Rathaus Haltestelle ZOOM Erlebniswelt
  • Bus: Linie 342 aus Richtung Herne, Wanne-Eickel Hbf oder Fachhochschule Gelsenkirchen Nur sonn- und feiertags Haltestelle ZOOM Erlebniswelt
  • Regionalbahn: Linie 43 aus Richtung Dortmund oder Herne, Wanne-Eickel Hbf Haltestelle Gelsenkirchen Zoo
  • November bis 14. März: 10:00 – 17:00 Uhr
  • 15. bis 31. März: 09:00 – 18:00 Uhr
  • April bis September: 9:00 – 18:30 Uhr

Folgende Eintrittspreise gelten für die Zoom Erlebniswelt:

Winterpreise

  • Erwachsene und Kinder: 15,50 EUR
  • Kinder 4-12 Jahre: 10,50 EUR
  • Kinder (0-3 Jahre): freier Eintritt

Sommerpreise

  • Erwachsene und Kinder: 21,50 EUR
  • Kinder 4-12 Jahre: 14,00 EUR
  • Kinder (0-3 Jahre): freier Eintritt

Hunde dürfen mit in die Erlebnis Welt (6,00 EUR Sommer, 5,00 EUR Winter).

  • Drei Rundwege durch die drei Themenbereiche
  • Restaurants
  • mehrere große Abenteuerspielplätze – davon ein überdachter Spielplatz
  • Fütterungen zu ausgeschriebenen Zeiten
  • Führungen

Webseite des Zoom Gelsenkirchen mit vielen weiteren aktuellen Informationen:

Weitere Berichte über den Zoom Gelsenkirchen

 

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